Schah-Sohn gegen Mullah-Regime: Pahlavis Rückkehr-Ankündigung sorgt für Aufsehen
Reza Pahlavi, Sohn des letzten iranischen Schahs, meldet sich mit einer dramatischen Botschaft zu Wort. In einem auf der Plattform X veröffentlichten Video erklärt der 65-Jährige seine Absicht, aus dem US-amerikanischen Exil in den Iran zurückzukehren.
Einen konkreten Zeitpunkt nennt er nicht. Doch die Worte sind unmissverständlich: „Ich werde zurückkehren.“ Begleitet wird die Videobotschaft von einer eingeblendeten Aussage, die wie eine politische Kampfansage wirkt: „Das ist die letzte Schlacht.“
Pahlavi erreicht mit seinen Stellungnahmen in den sozialen Medien eine enorme Reichweite. Beinahe zwei Millionen Menschen folgen ihm auf X. Seine Botschaften verbreiten sich rasant – und treffen auf ein Land, in dem die Proteste gegen das Mullah-Regime weitergehen – und damit auch die Gewalt gegen Demonstranten vonseiten der Revolutionsgarde.
Kritik am Regime – und Forderung nach Neuanfang
In seiner Videobotschaft macht Pahlavi deutlich, dass sich der Zorn der Bevölkerung nicht nur gegen das bestehende politische System richtet. Die Ablehnung gelte nicht allein dem „Regime“ von Machthaber Ali Khamenei. Vielmehr gebe es im Iran eine breite Forderung nach einem glaubwürdigen politischen Neuanfang.
Diese Bewegung brauche nun Unterstützung von außen. Die internationale Gemeinschaft müsse entschlossener handeln, um die Bestrebungen der iranischen Bevölkerung zu unterstützen, so Pahlavis Appell. Seine angekündigte Rückkehr stellt er damit in einen größeren politischen Kontext – als Teil eines umfassenden Umbruchs.
Ob und unter welchen Umständen ihm eine Einreise tatsächlich möglich wäre, bleibt offen. Ebenso unklar ist, welche Konsequenzen ihm im Iran drohen könnten.
The battle in Iran today is between occupation and liberation. The Iranian people have called for me to lead.
— Reza Pahlavi (@PahlaviReza) January 18, 2026
I will return to Iran. pic.twitter.com/V0JEVs55cw
Leben im Exil, schwere Vergangenheit
Wie Apollo News berichtete, lebt Reza Pahlavi seit vielen Jahren in den Vereinigten Staaten. Seine Familie hatte den Iran im Zuge der Revolution von 1979 verlassen. Sein Vater, der letzte Schah von Persien, war zuvor gestürzt worden. Er hatte das Land autoritär regiert und Reza Pahlavi einst zum Kronprinzen ernannt.
Diese Vergangenheit prägt bis heute die Wahrnehmung des Schah-Sohnes – sowohl bei seinen Unterstützern als auch bei seinen Gegnern. Dennoch verschafft ihm seine Bekanntheit im Ausland und seine Präsenz in sozialen Medien eine Stimme, die weit über die iranischen Landesgrenzen hinaus Gehör findet.
Proteste und brutale Gewalt im Iran
Während Pahlavi seine Rückkehr ankündigt, eskaliert die Lage im Iran weiter. Die Proteste gegen das Mullah-Regime dauern an – ebenso wie die massive Gewalt vonseiten der Revolutionsgarde gegen Demonstranten.
Ein Bericht, über den die britische Sunday Times berichtete, zeichnet ein erschütterndes Bild. Demnach sollen bei den jüngsten Protesten mindestens 16.500 Menschen ums Leben gekommen sein. Weitere 330.000 Menschen seien verletzt worden. Grundlage des Berichts sind gesammelte Informationen eines iranischen Ärztenetzwerks, die aus verschiedenen Kliniken und Notaufnahmestellen stammen.
Zahlen aus der digitalen Dunkelheit
Die Übermittlung der Daten sei unter extremen Bedingungen erfolgt. Laut dem Bericht nutzten die beteiligten Ärzte das Satelliten-Internetsystem Starlink, da das Regime den Zugang zum Internet seit dem 8. Januar blockiert habe.
Der Münchner Arzt Amir Parasta, der seit 2022 an der Etablierung des Ärztenetzwerks beteiligt ist und im Exil an der Erstellung des Berichts mitwirkte, spricht von einem „Genozid unter dem Schutz der digitalen Dunkelheit“. Bei den Zahlen handle es sich um „vorsichtig geschätzte Mindestzahlen“. Viele Betroffene würden aus Angst vor den Behörden keine medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.
„Völlig neues Ausmaß an Brutalität“
Parasta beschreibt die Gewalt der iranischen Sicherheitskräfte als beispiellos. Er spricht von einem „völlig neuen Ausmaß an Brutalität“. Während bei den Protesten im Jahr 2022 noch hauptsächlich Gummigeschosse und Schrotflinten eingesetzt worden seien, kämen nun militärische Waffen zum Einsatz.
Gezielt werde auf „Kopf, Hals und Brust“ geschossen. An einzelnen Tagen habe es regelrechte Massaker gegeben. Besonders schockierend sei, dass die meisten Opfer unter 30 Jahre alt seien. Die Schwere der Verletzungen würde selbst Ärzte mit Kriegserfahrung erschüttern.
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