In einer Kirche in der Steiermark ist es zu einem dreisten Akt der Zerstörung gekommen: Unbekannte haben sich in der Nacht auf den Donnerstag an historischen Heiligenfiguren an der Stadtpfarrkirche Deutschlandsberg vergangen.
Die Polizei sucht nach unbekannten Vandalen, die es auf ein Stück Kulturgeschichte abgesehen hatten. Die Täter machten sich an Heiligenfiguren zu schaffen, die an der Außenwand der örtlichen Stadtpfarrkirche aufgestellt waren – mit brachialer Vorgehensweise.

Pfarrer: „Es kann kein Sturm gewesen sein“
In der Nacht rissen die unbekannten Täter die Holzfiguren aus ihren Eisenverankerungen und warfen sie anschließend vom Podest.
„Es kann kein Sturm gewesen sein“, meint der Pfarrer der Stadtpfarrkirche, István Holló, gegenüber dem exxpress. Die Statuen der Kreuzigungsgruppe seien durch Eisenhaken in der Mauer fest verankert gewesen. Drüber hinaus: „Am Kreuz hat man Fingerabdrücke gefunden, die auf Gewalt hinweisen“, sagt er. Einen Vorfall mit „dieser Brutalität“ habe Holló in den 13 Jahren, in denen er Pfarrer in Deutschlandsberg ist, noch nicht erlebt.
„Scheiß Kirche“ in Wand geritzt
Der jüngste Vorfall ist nicht der erste Vandalismusakt in der Stadtpfarrkirche Deutschlandsberg. In den vergangenen Jahren wurde einmal im hinteren Teil der Kirche „Scheiß Kirche“ in die Wand geritzt, berichtet Holló. Auch ein Einbruchsversuch in der Pfarrkanzlei sei vorgekommen. In beiden Fällen konnte man die Täter nicht ausfindig machen.
Nach den beiden Vorfällen wurden Überwachungskameras in und an der Kirche montiert – jedoch nicht an der Seite der Heiligenfiguren.
„Es muss publik gemacht werden“
Bei einem Faschingsumzug haben Jugendliche einmal bunte Schaumfäden mit einem Luftschlangenspray auf die Außenmauer des Gotteshauses gesprüht. Das sei jedoch „harmlos“ gewesen.
Pfarrer Holló ist dankbar für das öffentliche Interesse an dem Vorfall. „Es muss publik gemacht werden, dass es diese Aktionen auch in Österreich gibt“, sagt er.
Die Motive für solche Gewaltakte seien natürlich unterschiedlich, nimmt der Priester an. Ein Anlass könnte zum Beispiel ein persönliches Gefühl des Hasses gegen Kirche und Glaube sein.
Schaden: mehrere Tausend Euro
Besonders schwer wiegt der historische Verlust: Die betroffenen Heiligenfiguren sind rund 200 Jahre alt. Durch den mutwilligen Akt wurden die wertvollen Schnitzereien stark in Mitleidenschaft gezogen. Der entstandene Schaden wird auf mehrere Tausend Euro beziffert.
Ermittlungen laufen
Die Polizei sucht nun nach den Verantwortlichen. Um Hinweise wird gebeten.

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