Im Zentrum der Spekulationen steht Mohammad Pakpour, Kommandeur der Iranischen Revolutionsgarde (IRGC). Er soll bei den Angriffen auf die Hauptstadt Teheran „eliminiert“ worden sein; Teheran dementiert Berichte über seinen Tod. Wie Daily Mail berichtete, war Pakpour erst im Juni 2025 zum neuen IRGC-Chef ernannt worden, nachdem sein Vorgänger Hossein Salami bei israelischen Luftschlägen getötet worden war. Zum Generalmajor befördert, erhielt er den Auftrag, die „Fähigkeiten, Einsatzbereitschaft und interne Geschlossenheit“ der Revolutionsgarde zu stärken.

International bekannt wurde er als zentrale Figur bei der Niederschlagung von Protesten. Die in den USA ansässige Human Rights Activists News Agency spricht von mindestens 6.872 getöteten Menschen, überwiegend Demonstranten. Menschenrechtsgruppen warnen, die tatsächliche Zahl liege womöglich deutlich höher – teils ist von über 30.000 Toten die Rede.

Noch im Januar richtete Pakpour eine scharfe Warnung an Washington und Jerusalem. Beide sollten „Fehlkalkulationen vermeiden“ und aus „historischen Erfahrungen“ sowie dem „zwölf Tage dauernden aufgezwungenen Krieg“ lernen, „damit sie nicht ein schmerzhafteres und bedauerlicheres Schicksal erleiden“.

Er betonte: „Die Islamische Revolutionsgarde und das liebe Iran haben den Finger am Abzug, besser vorbereitet als je zuvor, bereit, die Befehle und Maßnahmen des Oberbefehlshabers auszuführen – eines Führers, der ihnen teurer ist als ihr eigenes Leben.“

Residenz von Ali Chamenei schwer getroffen

Ein Satellitenbild vom Samstagmorgen zeigt massive Zerstörungen im Pasteur-Viertel im Zentrum Teherans. Die Residenz von Revolutionsführer Ali Chamenei wurde schwer getroffen. Teile des Komplexes sollen eingestürzt sein, über dem Gelände stieg eine große schwarze Rauchwolke auf. Wie 20 Minuten berichtete, sei Chamenei bereits zuvor an einen sicheren Ort gebracht worden.

Auch Präsident Massud Peseschkian gehörte zu den Zielen der Angriffe. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna meldete jedoch, er sei „wohlauf und sicher“.

Weitere prominente Namen stehen im Raum: Ali Schamchani, Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats und früherer Außenminister, soll bei den Angriffen ums Leben gekommen sein. Eine offizielle Bestätigung steht aus.

Auch über den Justizchef Gholam-Hossein Mohseni-Ejei kursierten Berichte über seinen Tod. Der Iran erklärte, er sei am Leben. Mohseni-Ejei war maßgeblich an harten Urteilen gegen Protestierende beteiligt.

„Major combat operations“

US-Präsident Donald Trump sprach von „major combat operations“, also großen Kampfoperationen. Der Einsatz richte sich gegen Irans militärische Infrastruktur und sein Raketenprogramm.

Trump kündigte an: „Wir werden ihre Raketen zerstören und ihre Raketenindustrie dem Erdboden gleichmachen, sie wird völlig, wieder, ausgelöscht werden.“

Weiter erklärte er: „Wir werden ihre Marine vernichten, wir werden sicherstellen, dass die terroristischen Stellvertreter in der Region die Region oder die Welt nicht länger destabilisieren und unsere Kräfte angreifen.“

Und mit Blick auf das iranische Atomprogramm sagte er: „Wir werden sicherstellen, dass Iran keine Atomwaffe erlangt – eine sehr einfache Botschaft: Sie werden niemals eine Atomwaffe haben.“

Netanjahu: „Existenzielle Bedrohung“

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu bezeichnete den Militäreinsatz als notwendigen Schritt gegen eine „existenzielle Bedrohung“.

Er erklärte: „Israel und die Vereinigten Staaten haben eine Operation begonnen, um die existenzielle Bedrohung zu beseitigen, die vom terroristischen Regime im Iran ausgeht.“

Weiter sagte er: „Dieses mörderische Terrorregime darf nicht mit Atomwaffen bewaffnet werden, die es ihm ermöglichen würden, die gesamte Menschheit zu bedrohen.“

Netanjahu rief die iranische Bevölkerung auf, „das Joch der Tyrannei abzuwerfen und ein freies und friedliches Iran herbeizuführen“.

Iran schlägt zurück

Die Reaktion aus Teheran ließ nicht lange auf sich warten. Das israelische Militär meldete Dutzende ballistische Raketen, die aus dem Iran in Richtung Israel abgefeuert worden seien. Abwehrsysteme arbeiteten daran, die Bedrohung „abzufangen“.

Explosionen wurden zudem aus Bahrain, Katar, Kuwait und Abu Dhabi gemeldet. In Bahrain bestätigten Behörden, dass das Hauptquartier der 5. US-Flotte Ziel eines Raketenangriffs gewesen sei. Auf Social Media verbreitete Aufnahmen zeigten eine große Rauchwolke.

Teheran kündigte eine „vernichtende“ Antwort auf die gemeinsame Operation an.