Die FPÖ Niederösterreich geht frontal auf Konfrontation mit dem Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS). Anlass ist der sogenannte „Plan Z“, der zwei neue Fächer vorsieht. Für FPÖ-Bildungssprecher und Landtagsabgeordneten Helmut Fiedler ist klar: Das Vorhaben geht an der Realität der Schulen vorbei – und verschärfe bestehende Probleme.

„Unsere Lehrer arbeiten längst am Limit“, hält Fiedler fest. Anstatt administrative Lasten zu senken, würden zusätzliche Fächer geplant – ohne abgesicherte Ausbildungsschienen und ohne realistische Personalplanung. Die Konsequenz sieht die FPÖ klar: mehr Bürokratie, mehr Druck auf Pädagogen und weniger ‚echte‘ Unterrichtszeit.

FPÖ-Bildungssprecher Helmut Fiedler kritisiert: Es fehlen Ausbildungsschienen und Personalplanung, brauchen andere Prioritäten, kein Chaos. FPÖ Niederösterreich/Foto

Zwei neue Fächer, alte Probleme

Konkret stößt sich die FPÖ an der Einführung neuer Gegenstände im Rahmen des „Plan Z“. Aus Sicht der Freiheitlichen werde damit die Stundentafel verschoben – mit Folgen für bestehende Fächer und Lehrkräfte. Fiedler warnt vor massiven Stundenverlusten für Sprachenlehrer, die auch Junglehrer treffen könnten.

„Damit werden sprachlich-kulturelle Fächer geschwächt. Ein Rückschritt für das Gymnasium“, so der FPÖ-Politiker. Gerade in einer Zeit, in der Sprachkompetenz und Bildungstiefe gefordert seien, sende das Ministerium das falsche Signal. Die Forderung der FPÖ ist daher eindeutig: Stopp des ‚Plan Z‘.

KI ja – aber nicht als neues Fach

Grundsätzlich steht auch für die FPÖ fest: Künstliche Intelligenz, Medienkompetenz und Demokratiebildung sind wichtig, Fiedler unterstreicht. Der entscheidende Punkt aus Sicht der Freiheitlichen: Diese Inhalte seien bereits heute in mehreren Fächern verankert.

Zudem verweist die FPÖ darauf, dass mit dem neuen Lehrplan ab 2027/28 genau diese Bereiche ohnehin weiter ausgebaut würden. Ein zusätzliches eigenes Fach – konkret „Medien und Demokratie“ – hält die FPÖ Niederösterreich daher für überflüssig und kontraproduktiv.

Kritik an fehlender Planung

Besonders scharf fällt die Kritik an der Umsetzung aus. Neue Fächer ohne klare Ausbildungsschienen für Lehrkräfte und ohne nachvollziehbare Personalplanung seien ein Risiko für das gesamte System. Fiedler spricht von einem Experiment, das auf dem Rücken von Lehrern und Schülern ausgetragen werde.

„Wir brauchen funktionierende Schulen und keine Experimente auf dem Rücken der Lehrkräfte und Kinder“, so der Bildungssprecher. Die Schulen hätten bereits jetzt mit Überlastung zu kämpfen – zusätzliche Strukturen ohne Entlastung würden die Lage weiter verschärfen.

Freiheitliche fordern klare Prioritäten

Statt neuer Gegenstände fordert die FPÖ Niederösterreich eine klare politische Schwerpunktsetzung. Ganz oben auf der Liste steht die Deutschförderung. Ebenso verlangt die FPÖ mehr Schulpsychologen, um Schüler besser zu unterstützen, sowie eine Entbürokratisierung des Schulalltags.

Aus Sicht der Freiheitlichen liegt der Schlüssel nicht in neuen Fächern, sondern in besseren Rahmenbedingungen. Lehrer müssten wieder mehr Zeit für Unterricht haben – und weniger für administrative Aufgaben. Nur so könne Qualität gesichert werden.