Schumann: Orgasmus-Gap ist Teil der „Frauengesundheit“
Während Gesundheitsministerin Korinna Schumann den „Orgasmus-Gap“ als Thema der Frauengesundheit verteidigt, kündigt sie zugleich eine deutliche Verschärfung der Sozialhilfe an – inklusive Sanktionen bei Missbrauch.
Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) am Donnerstag, 8. Jänner 2026, anl. eines Interviews mit der APA-Austria Presse Agentur in Wien.IMAGO/HELMUT FOHRINGER
Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) verteidigt das umstrittene Posting ihres Ministeriums zum sogenannten Orgasmus-Gap und ordnet es klar der Frauengesundheit zu. Gleichzeitig kündigt sie eine härtere Gangart im Sozialsystem an und betont, dass Missbrauch sanktioniert werden müsse.
Auf Kritik an dem Posting reagiert Schumann mit einer Einordnung. „Das von Ihnen erwähnte Posting kam nicht von mir persönlich, sondern vom Ministerium“, stellt sie gegenüber Kurier klar. Inhaltlich sei es Teil einer größeren Debatte gewesen: „Es war Teil der Frage, wie es um Frauen-Gesundheit steht.“ Angesichts der großen Herausforderungen im Gesundheitssystem sei der Aufwand dafür gering gewesen. Wörtlich sagt Schumann: „Im Vergleich zu den großen Herausforderungen im Gesundheitssystem war der Aufwand für das Posting Pipifax.“
Reformen bei der Sozialhilfe
Deutlich schärfer klingt die Ministerin beim Thema Sozialhilfe. Die bevorstehenden Verschärfungen bezeichnet sie ausdrücklich nicht als Nebensache. „Wer arbeitsfähig ist, muss in Beschäftigung kommen – daher reformieren wir gerade das System“, erklärt Schumann. Gleichzeitig bekennt sie sich klar zu Konsequenzen bei Fehlverhalten: „Ich bekenne mich dazu, dass Missbrauch im Sozialsystem geahndet und mit Sanktionen bestraft wird.“
Trotzdem betont sie die Schutzfunktion des Systems. „Das Sozialsystem ist das letzte Netz in unserer Gesellschaft, das trägt“, sagt Schumann. Ziel müsse es sein, Menschen wieder in die Selbstständigkeit zu bringen. Gleichzeitig dürfe man jene nicht vergessen, die das nicht schaffen. „Und denen müssen wir dauerhaft helfen. Sie dürfen nicht ins Bodenlose abrutschen.“
Versprechen als Gesellschaft
Beim Gesundheitssystem selbst bekräftigt die Ministerin ihre Ablehnung einer privaten Krankenversicherung – auch für sich persönlich. „Nein, ich habe keine – aus Überzeugung nicht“, sagt Schumann. Sie sieht das öffentliche System als zentrales Versprechen der Gesellschaft: „Wir haben als Gesellschaft ein Versprechen abgegeben, dass alle solidarisch gleich gut betreut werden. Das gilt es einzuhalten.“
Die Aussagen zeigen den politischen Spagat der Ministerin: Auf der einen Seite Debatten um Gleichstellung und Frauengesundheit, auf der anderen Seite ein klarer Kurs bei Sozialleistungen – mit mehr Kontrolle, aber auch mit dem Anspruch, niemanden zurückzulassen.
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