Dieser Fall sorgt in Washington für erhebliches Aufsehen: US-Senator Bernie Sanders (84) war seit seiner Berufung im Jahr 2007 Mitglied des Holocaust Memorial Councils – ohne jemals an einer Sitzung teilzunehmen. Anwesenheitslisten, die nun öffentlich wurden, belegen eine lückenlose Abwesenheit über 18 Jahre hinweg.

Das Gremium beaufsichtigt die Arbeit des Holocaust Memorial Museum in Washington D.C. und tagt üblicherweise zweimal jährlich. Mehrere Ratsmitglieder reagieren inzwischen mit scharfer Kritik. Der Jurist Robert Garson erklärte, Sanders habe es nicht einmal geschafft, „ein paar Straßen in Washington zu überqueren“, um an den Treffen teilzunehmen. Auch Jonathan Burkan äußerte sich spöttisch über die Dauer der Abwesenheit.

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Mehr als ein Dutzend Mitglieder des Councils fordern nun in einem Schreiben an den demokratischen Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer, eine Ablösung von Sanders. Begründet wird dies nicht nur mit seiner jahrelangen Nichtteilnahme, sondern auch mit öffentlichen Aussagen des Senators zum Gaza-Krieg, die aus Sicht der Kritiker nicht mit dem Auftrag des Museums vereinbar seien.

Sanders zählt zu den schärfsten Kritikern der israelischen Regierung und warf Israel öffentlich einen Völkermord im Gazastreifen vor – eine Wortwahl, die innerhalb des Councils auf massiven Widerspruch stößt. Israel weist diese Vorwürfe zurück und betont, dass sich militärische Maßnahmen gegen die Hamas richten, die Zivilisten als Schutzschilde missbrauche.

Kritik wächst

Weder Sanders noch Schumer äußerten sich bislang zu den Forderungen. Kritiker betonen jedoch, der Sitz im Council habe enorme symbolische Bedeutung – und solle von jemandem besetzt werden, der diese Verantwortung auch wahrnimmt.