Showdown in Wien? Nächste Atomgespräche könnten über Iran-Deal entscheiden
Omans Außenminister Badr al-Bussaidi sprach nach den Gesprächen in Genf von „bedeutenden Fortschritten“. Nun richten sich die Blicke auf Österreichs Hauptstadt, wo laut al-Bussaidi kommende Woche technische Gespräche stattfinden sollen.
Bei den Verhandlungen geht es unter anderem um das umstrittene iranische Atomprogramm. Die USA wollen verhindern, dass die Führung in Teheran Atomwaffen entwickelt. Irans Regierung bestreitet entsprechende Absichten, zeigt sich jedoch bereit, ihr Nuklearprogramm zu begrenzen. Im Gegenzug fordert Teheran die Aufhebung harter Wirtschaftssanktionen. Am Mittwoch übermittelte der Iran einen ersten Entwurf für ein neues Abkommen – Details des Entwurfs wurden nicht bekannt.
Oman spricht von konstruktiver Stimmung
Auch der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, ist in die Gespräche involviert. Bilder iranischer Medien zeigten ihn am Donnerstag in der Früh bei einem Treffen mit Omans Außenminister.
Al-Bussaidi traf sich vor den Gesprächen mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff sowie Jared Kushner, dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump. Sie hätten “Perspektiven und Vorschläge der iranischen Seite” und Antworten der US-Seite dazu besprochen, teilte das omanische Außenministerium mit. Al-Bussaidi sagte demnach, die Gesprächspartner seien “entschlossen” und die Stimmung sei “konstruktiv”. Der Oman sei dabei “auf beispiellose Weise offen für neue und kreative Ideen und Lösungen”.
Über andere von den USA eingebrachte Themen will die Islamische Republik Iran nicht sprechen – darunter eine Begrenzung ihres Raketenarsenals oder ein Ende der Unterstützung militanter Gruppen wie der Hisbollah im Libanon.
Trump hatte Ultimatum gestellt
Vor rund einer Woche setzte der US-Präsident der Führung in Teheran ein Ultimatum bis Anfang März. “Entweder wir erzielen eine Einigung oder es wird für sie bedauerlich”, sagte er. Im Raum steht, dass Trump zu einem militärischen Angriff auf die Führung in Teheran und ihren Machtapparat ausholt.
Die USA haben ihre Militärpräsenz in der Region zuletzt stark ausgebaut. Dem Wall Street Journal zufolge ist es der größte Aufmarsch von US-Luftstreitkräften in der Region seit dem Irak-Krieg 2003. Am Donnerstag lief der größte Flugzeugträger der US-Marine, die USS Gerald R. Ford, vor der griechischen Insel Kreta aus. Er dürfte die US-Flotte im Nahen Osten verstärken.
Anfang Februar hatten beide Staaten überraschend neue Verhandlungen aufgenommen. Zuvor hatte Trump der iranischen Führung wegen ihres brutalen Vorgehens gegen Massenproteste gedroht. Viele Menschen im Iran sehen die Gespräche ihrer Regierung mit den USA daher kritisch. Sie fordern einen Machtwechsel und fürchten, ein Deal könne der Regierung den Rücken stärken.
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