Skandal um Lehrbuch – aber Wiederkehr sieht weiter kein Problem
Trotz heftiger Kritik an der Darstellung von Klimaaktivismus im Unterricht bleibt Bildungsminister Christoph Wiederkehr gelassen. Eine politische Schlagseite im umstrittenen Englisch-Lehrbuch könne er nicht erkennen – die Debatte geht jedoch weiter.
Die Kontroverse rund um das Englisch-Lehrbuch „way2go! Writing & Language B2/B2+“ für die AHS-Oberstufe spitzt sich weiter zu. Auslöser war eine parlamentarische Anfrage der FPÖ-Abgeordneten Ricarda Berger. Sie ortet darin eine mögliche politische Schlagseite – insbesondere bei der Darstellung von Klimaaktivismus.
Bildungsminister Christoph Wiederkehr weist die Vorwürfe jedoch zurück. In der offiziellen Anfragebeantwortung betont er, das Schulbuch sei von der zuständigen Gutachterkommission geprüft und als lehrplankonform bewertet worden. Eine „politische oder ideologische Schlagseite“ sei nicht festgestellt worden. Auch eine neuerliche Überprüfung habe keine Verstöße ergeben, eine Überarbeitung sei daher nicht vorgesehen.
„Alternative Sichtweisen fehlen“
Gegenüber exxpress präzisiert Berger: „Die Kritik richtet sich nicht gegen die Behandlung des Themas Klima an sich. Im konkreten Fall entsteht der Eindruck, dass Klimaaktivismus nicht neutral analysiert, sondern positiv gerahmt wird. Alternative Sichtweisen, etwa wirtschaftliche, technologische oder kritische Positionen zu bestimmten Protestformen, kommen nicht vor. Das führt zu einer inhaltlichen Einseitigkeit.“
Besonders problematisch sei es, „wenn in einem Schulbuch faktisch mit Politikern einer Partei geworben wird“. Unterrichtsmaterialien dürften „keine Bühne für parteipolitische Darstellung“ sein. „Schule hat einen klaren Bildungsauftrag und unterliegt der politischen Neutralität.“ Genau deshalb habe sie die Anfrage eingebracht: „Es geht um Transparenz, um Qualitätskontrolle und um die Einhaltung der verfassungsrechtlich gebotenen Neutralität im Bildungsbereich.“
Kommentare