Ein besonders aufsehenerregender Fall wurde nun durch das Ö1-Radio öffentlich: Eine AHS-Lehrerin wartet seit 14 Monaten auf ihr Geld. Über ein Jahr Arbeit, ohne regelmäßige Bezahlung. Für viele Kollegen ist das kein Ausreißer, sondern Teil einer strukturellen Schieflage.

Bezahlung mit Verzögerung – oder gar nicht

Auch andere Quereinsteiger berichten von langen Wartezeiten. In manchen Fällen zieht sich die Auszahlung über mehrere Monate, teilweise werden Beträge nur quartalsweise und rückwirkend überwiesen. Ein planbares Einkommen ist so kaum möglich.

Gerade für Neueinsteiger, die sich bewusst für den Wechsel in den Lehrerberuf entschieden haben, wird der Start dadurch massiv erschwert. Fixkosten laufen weiter, während das Gehalt auf sich warten lässt.

Der Flaschenhals: Vordienstzeiten

Der Grund für die Verzögerungen liegt in der Prüfung der Vordienstzeiten. Diese beginnt erst nachdem Quereinsteiger ihren Dienst antreten. Erst nach Abschluss dieses Verfahrens kann die korrekte Einstufung erfolgen – sie ist maßgeblich für die Bezahlung.

Bis dahin herrscht Stillstand.

Ministerium räumt Probleme ein

Das Bildungsministerium bestätigt die Schwierigkeiten. Gegenüber oe24 heißt es:

„Das System ist sehr komplex, die Beamtengehälter liegen beim Beamtenministerium. Gemeinsam arbeiten wir nun an einer Verbesserung.“

Eine klare Erklärung, warum es so lange dauert, bleibt jedoch aus. Konkrete Zeitpläne für Änderungen werden nicht genannt.

Wer Lehrer sucht, muss liefern

Politisch ist die Situation heikel. Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) wirbt offensiv um neue Lehrkräfte. Quereinsteiger spielen dabei eine zentrale Rolle, um Unterrichtsausfälle zu verhindern.

Doch die Realität konterkariert diese Strategie. Wer Menschen für den Schuldienst gewinnen will, muss verlässliche Rahmenbedingungen bieten – und dazu gehört vor allem eine pünktliche Bezahlung.