Skurril: Österreichische Bank warnt vor "traditionellen Ehefrauen"
Frauen, die sich wieder stärker um Haushalt und Kinder kümmern, während der Mann das Geld verdient. Für Marktbereichsleiterin Janine Kohl-Peterke ist das ein besorgniserregender Trend – ausgelöst, wie sie meint, durch soziale Medien.
„Wir waren schon sehr gut unterwegs, viele Frauen beschäftigen sich intensiv mit Finanzen. Doch jetzt kommt gerade bei jungen Frauen der Trend Richtung traditionelle Ehefrau. Das beinhaltet auch die finanzielle Abhängigkeit vom Ehepartner. Das macht uns Sorgen“, sagt Kohl-Peterke von der Sparkasse Oberösterreich im Krone-Gespräch.
Kohl-Peterke führt im Zentralraum Oberösterreichs zahlreiche Finanzberatungen durch. Seit rund zwei Jahren stelle sie dabei fest, dass Männer wieder häufiger Alleinverdiener sind, während Frauen Haushalt und Kinder übernehmen.
In der Praxis äußere sich das laut der Bankerin so: „Fragen zu Finanzen, die gezielt an die Frau gestellt werden, soll der Mann beantworten.“
Den Ursprung des Ganzen verortet Kohl-Peterke nicht in Oberösterreich, sondern im Internet. Aus den USA sei der Trend der sogenannten „tradwives“ nach Europa geschwappt – Frauen, die sich online als Hausfrauen und Mütter im Stil der 1950er-Jahre inszenieren. Sie filmen sich selbst z.B. beim Kochen oder Putzen in Kleidern.
Drei Konten statt Vertrauen
Die Antwort der Sparkasse auf all das ist klar strukturiert. „Der Partner ist keine Absicherung für die Zukunft“, warnt Kohl-Peterke und empfiehlt das sogenannte „Drei-Konto-Modell“: ein gemeinsames Haushaltskonto plus je ein eigenes Konto für beide Erwachsenen.
Dass laut einer bundesweiten Umfrage ein Fünftel der Befragten dennoch ein gemeinsames Konto bevorzugt, zeigt: Nicht jede Familie teilt die Sorgen der Bank – oder möchte ihre Beziehung primär als finanzielles Risikomanagement organisieren.
Kommentare