Söder arbeitet sich an den Grünen ab. Mit Blick auf die gemeinsame Abstimmung von Grünen und AfD im EU-Parlament gegen das Mercosur-Abkommen wirft er den Grünen Heuchelei vor: Sie würden von der Brandmauer sprechen, dann aber mit der AfD stimmen. Konsequenz für ihn: Sie sollten keine moralischen Forderungen mehr stellen. „Kümmert euch um euren eigenen Dreck!“, sagt Söder.

Er greift zudem einen Fehltritt aus der grünen Jugend an: Der Vorsitzende der Grünen Jugend habe Söder einen „Hurensohn“ genannt. Söders Antwort: „Der soll erst mal was ordentliches arbeiten“, so der CSU-Politiker.

Außerdem wirft er einem Grünen-Abgeordneten vor, durchs Land zu reisen und zu kiffen – dieser sei eine Schande für das Parlament. Wen er genau meint, lässt Söder offen.

Steuern, Auto, Mehrwertsteuer: klare Ansagen

Zwischen den Angriffen setzte Söder politische Markierungen und lieferte Losungen: „Wir brauchen das Auto im ländlichen Raum!“ sowie „Steuer runter, nicht immer rauf!“

Beim Thema Mehrwertsteuer wurde er ausdrücklich: „Eine Mehrwertsteuererhöhung machen wir nicht mit.“

Mütterrente und Medien: Söders Gegenangriff

Auch Kritik an der CSU-Mütterrente wies Söder zurück. Er sprach von einer „arrogante Kampagne“ gegen die von der CSU durchgesetzte Mütterrente. Davon profitierten Millionen Mütter in ganz Deutschland. Besonders heftig komme das Nachtreten nach seinen Worten von Fernsehjournalisten, die selbst hohe Pensionen beziehen.

Später griff Söder die Medien erneut an. Sie würden das „Haar in der Suppe suchen“, während die Weltpresse Bayern loben würde. „Ich rate unseren deutschen Medien sich daran ein Beispiel zu nehmen“, sagte er. In China werde nach jeder Pressekonferenz immer geklatscht, für Söder „korrekt, aber ein bisschen viel“. Dann folgte sein Satz: „Ehrlicherweise wäre es doch besser, anstatt KI-Bilder zu faken – einmal am Tag ne gute Nachricht“.

Berlin-Spott: „Mehr Salz auf der Brezel“

Spott gab es auch Richtung Berlin. Söder scherzte über die Streusalz-Krise in der Hauptstadt und sagte: „Wir haben in Bayern mehr Salz auf der Brezel, als in Berlin auf den Straßen“.

Angriffe nach links und Seitenhiebe in die Union

Söder griff Linken-Chefin Hedi Reichinnek scharf an. Er spottete, sie sei eine billigere Variante von Rosa Luxemburg und stilisierte sie als sozialistische TikTok-Figur. Außerdem behauptete er, sie fahre Audi, und legte ihr nahe, stattdessen lieber einen Trabi zu nehmen, statt bayerische Produkte zu nutzen.

Beim Thema Linksextremismus sagte Söder: Der Linksextremismus sei wieder da und „Linksextreme gehören auch hinter Schloss und Riegel“.

Auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) bekam einen Seitenhieb ab. Söder nannte ihn mit spöttischem Unterton „einen unserer besten Freunde“ – und setzte sofort nach: „Zum Glück ist er weit weg.“

AfD im Visier – und ein Schluss mit Pathos

Gegen die AfD teilte Söder besonders hart aus. Er bezeichnete die Partei als Gefahr für Deutschland und sagte: „Die AfD ist menschlich und politisch inkompetent, ein Land zu führen“. Dass Alice Weidel die Polizei als „Stasi-Spitzel“ bezeichnete, kommentierte Söder mit einem dreifachen „PFUI!“

Danach folgte eine Serie von Witzen über die AfD und ihr Verhältnis zu Russland. Chrupalla werde Wodka serviert, wenn er eine Kneipe betrete, scherzte Söder.

Zum Ende seiner Rede rief Söder: „Gott schütze Bayern! Gott schütze Passau! Und Gott schütze die CSU!“

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