Andreas Babler bleibt Parteichef der SPÖ. Am Bundesparteitag in der Wiener Messe stimmten trotz allgemeinen Appellen zur Geschlossenheit deutlich weniger Delegierte für ihn als beim bisher letzten Antritt. Exakt 81,51 Prozent lautete am Samstag das Ergebnis. Vor 2,5 Jahren in Graz war der Vizekanzler noch auf 88,8 Prozent der Delegiertenstimmen gekommen. Keine Chance hatte das “einfache Parteimitglied” Berthold Felber. Nur drei der 600 abgegebenen Stimmen entfielen auf ihn.

Babler war bei den Gremien-Wahlen der einzige Vertreter, der mit einem Ergebnis weit unter 90 Prozent versehen wurde. Im Vorstand überwanden diese Marke sämtliche Bewerber, im Präsidium blieb nur Kassier Christoph Matznetter mit 88,6 Prozent darunter. Besonders stark schnitten der Tiroler Landesvorsitzende Philip Wohlgemuth mit 98,8 Prozent sowie Regierungskoordinatorin MIchaela Schmidt mit 98,5 Prozent ab.

Blick in Richtung Bühne, aufgenommen am Samstag, 07. März 2026, anl. des Bundesparteitages der SPÖ in Wien.APA/TOBIAS STEINMAURER

Gutes Ergebnis für Burgenland-Vertreter

In einer kurzen Stellungnahme bedankte sich Babler für das Vertrauen und sah Unkenrufe, dass es zu einem Streichkonzert kommen werde, widerlegt. Überraschend stark schnitt beim Präsidium auch der für kantige Aussagen bekannte burgenländische Klubobmann Roland Fürst mit 94,3 Prozent ab.

In seiner großen Parteitagsrede hatte Babler mit einem Ruf nach Geschlossenheit für seine Wiederwahl geworben. In seinem gut einstündigen Referat gestand er auch eigene Fehler ein. Er lade alle ein, “die Fehler, die wir kollektiv gemacht haben”, nicht zu wiederholen.