SPÖ-Streit geht weiter: Tiroler SP-Chef kritisiert eigene Leute
Nach Christian Kerns Rückzug geht der interne Streit weiter: Scharfe Worte findet dabei etwa Tirols SPÖ-Chef Landeshauptmannstellvertreter Philip Wohlgemuth.
Es müsse Schluss sein mit der “Selbstbeschäftigung” und vor allem den “öffentlich ausgetragenen Führungsdiskussionen”. “Diese Unart muss endlich enden”, erklärte Wohlgemuth. Er selbst sei “immer loyal gegenüber dem gewählten Parteivorsitzenden”, stellte er sich hinter Andreas Babler.
Seit dem Jahr 2016, dem erzwungenen Rücktritt von Werner Faymann als Bundeskanzler und Parteivorsitzenden, erlebe man diese abzulehnenden Führungsdebatten, so der Tiroler SPÖ-Chef: “Wer Führungsfragen über Medien spielt, schwächt nicht nur Einzelpersonen, sondern die gesamte Partei. Öffentlich ausgetragene Debatten über Personen helfen niemandem.” Interne Diskussionen seien selbstverständlich Teile einer lebendigen Partei, müssten aber “in den zuständigen Gremien” geführt werden.
Geschlossenheit und Parteidisziplin
Hinsichtlich des kommenden Bundesparteitages am 7. März und generell für die Zukunft mahnte Wohlgemuth Geschlossenheit, Stabilität, Parteidisziplin, Klarheit und Konzentration auf die politischen Inhalte ein: “Die SPÖ kann nur dann stark sein, wenn sie geeint auftritt. Alles andere nützt am Ende nur dem politischen Mitbewerb.” “Die Menschen draußen” interessiere kein “parteiinternes Schauspiel”: “Sie erwarten sich Lösungen gegen die Teuerung, leistbares Wohnen, sichere Arbeitsplätze und soziale Gerechtigkeit.”
Kern-Absage nach langen Spekulationen
Zuletzt war heftig über eine Gegenkandidatur von Ex-Kanzler Christian Kern am Parteitag spekuliert worden. Einige Landesparteien versuchten ihn gegen Vizekanzler Babler in Stellung zu bringen. Am Mittwoch sagte Kern in einem Facebook-Posting schließlich endgültig ab. Als Begründung gab er unter anderem an, dass vertrauliche Gesprächsinhalte an Medien weitergegeben wurden.
Bisher ist Babler der einzige Vorsitzkandidat. Er war schon im vergangenen Jahr vom Vorstand nominiert worden. In der darauf folgenden Frist fand sich kein Gegenkandidat für eine Mitgliederwahl, weshalb der Parteitag zu entscheiden hat. Am Freitag tagen noch die Parteigremien der SPÖ. Diese böten de facto die letzte Chance, einen Gegenkandidaten zu Babler zu nominieren, auch wenn selbst das vom Statut her zumindest schwierig wäre.
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