Nach der Kritik an der brisanten Nähe zwischen Peter Pilz und dem Ehemann der Justizministerin meldet sich nun Anna Sporrer selbst zu Wort. Ihre Reaktion: Sie bestätigt die langjährige Verbindung – geht auf die eigentlichen Vorwürfe aber nicht ein.

Ex-Grünen-Politiker Peter Pilz kritisiert die Ermittlungen rund um den verstorbenen Sektionschef Christian PIlnacek scharf. APA/HELMUT FOHRINGER

„Er kennt Peter Pilz schon lange“

Für Verwunderung hatte gesorgt, dass Robert Wiesner, Ehemann von Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) und ehemaliger ORF-Moderator, bei der Präsentation von Peter Pilz’ neuem Buch zur Causa Pilnacek im Publikum saß. Pilz greift darin Ermittler und Teile der Justiz scharf an.

Nun äußerte sich Sporrer im Kurier dazu. Auf die Frage nach dem Auftritt ihres Mannes sagte sie: „Ich werde meinem Mann nichts verbieten, er kennt Peter Pilz schon lange.“ Damit bestätigt die Ministerin die jahrzehntelange Nähe zwischen Wiesner und Pilz.

Nähe bestätigt – aber keine Antwort auf die Vorwürfe

Wiesner war dort nicht bloß irgendein Zuhörer. Er gilt seit Jahrzehnten als Weggefährte und Freund von Peter Pilz: Beide stammen aus derselben VSStÖ-Gruppe an der Uni Wien, beide wurden dort sogar gemeinsam ausgeschlossen. Später kreuzten sich ihre Wege auch im Medienbereich – etwa rund um alternative Projekte wie das „Extrablatt“, bevor Wiesner beim ORF Karriere machte und dort den „Report“ leitete.

Dass Wiesner heute mit Justizministerin Anna Sporrer verheiratet ist, verleiht dieser alten Verbindung neue politische Brisanz.

Robert Wiesner (r.) mit Ehefrau Anna Sporrer, fünf Jahre, bevor sie Justizministerin wurde.X/@robertwiesner

Nicht minder pikant: Der frühere Grünen-Politiker erhebt in jenem Buch, zu dessen Präsentation Wiesner kam, schwere Vorwürfe – nicht nur gegen die Polizei, sondern auch gegen staatsanwaltschaftliche Stellen, insbesondere gegen die Oberstaatsanwaltschaft Wien. Also gegen genau jenen Bereich, für den das Justizressort politisch verantwortlich ist. Pilz schrieb sogar, eine Staatsanwältin sei „dümmer als die Ministerin erlaubt“. Deshalb wird nun gegen ihn ermittelt.

Robert Wiesner wurde Jahr 2008 Leiter des ORF-Politmagazins „Report“.APA/ORF

Ministerin warnt vor „Erosion“ des Vertrauens

Angesprochen auf diese Beleidigung sagte Sporrer: „Davon halte ich nichts. Heute ist es Spott, morgen eine Beleidigung und übermorgen ist das Vertrauen in die Institutionen derart erodiert, dass es zu Angriffen auf Personen kommt. Da hört sich der Spaß auf.“

Zu den inhaltlichen Vorwürfen, die Pilz selbst gegen Ermittler und Justiz erhebt, äußert sich die Ministerin hingegen nicht. Auch die Teilnahme ihres Mannes an der Präsentation wertet sie offenkundig als Privatsache. Kurz: Zu Pilz’ Vorwürfen schweigt die Ministerin – zur Pilz-Nähe ihres Mannes nicht.