Bereits im Nationalrat versuchte Grünen-Chefin Leonore Gewessler, mit Reiskörnern für eine Erbschaftssteuer zu werben. Nun startet sie via Instagram den nächsten Anlauf. In dem Video versucht die Parteichefin, ein einzelnes Korn zu zerschneiden – als Sinnbild dafür, dass sich der Staat beim Arbeitseinkommen „sein Drittel“ nehme.

Ein Reiskorn stehe für 50.000 Euro Jahreseinkommen, erklärt Gewessler. Rund ein Drittel davon gehe an Steuern und Abgaben. Bei großen Erbschaften hingegen bleibe – so ihre Argumentation – „kein einziges Reiskorn“ für die Allgemeinheit. Begleitet wird die Aktion von einer Petition, die höhere Abgaben für Superreiche fordert. Die Grünen starteten deshalb eine Petition namens „Superreiche fair besteuern“, die auf die Einführung einer Erbschaftssteuer ab einer Million Euro abzielt.

Kritik in der Bevölkerung

In der Bevölkerung ist die Kritik groß. Österreich zählt bereits zu den Ländern mit hoher Abgabenquote. „Den Grünen fällt auch nichts Besseres ein, als neue Steuern zu fordern. Und dieser Reiskorn-Blödsinn macht das Ganze auch nicht besser. Sehr unseriös“, kritisiert etwa ein X-User. „Frau Gewessler, wir brauchen keine Steuer auf Erbschaften. Verstehen Sie das doch bitte endlich“, meint eine weitere Userin auf Facebook.

„Wer von einer Reichensteuer spricht, muss zuerst definieren, wen er treffen will. Solange diese Grenze nicht klar benannt wird, ist jeder Mittelständler, jede Familie, jeder Arbeitnehmer, jeder Pensionist potenziell gemeint“, meinte zudem FPÖ-Währungssprecher Alexander Petschnig.

APA/HELMUT FOHRINGER

Im Nationalrat fand der Vorstoß keine Mehrheit. FPÖ, ÖVP und NEOS lehnen neue Vermögenssteuern klar ab.

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