Spritpreis: Stocker will Steuern senken!
Nach dem Ausbruch des Iran-Krieges sind die Ölpreise massiv gestiegen – und mit ihnen die Spritpreise in Österreich. An manchen Tankstellen kostet Diesel bereits mehr als zwei Euro pro Liter. Bundeskanzler Christian Stocker kündigt nun Gegenmaßnahmen an, um Krisengewinne zu verhindern.
Der Anstieg der Ölpreise sorgt für Nervosität – auch an Österreichs Tankstellen. In der Nacht auf Montag stieg der Preis für ein Fass Brent-Rohöl zeitweise um bis zu 29 Prozent. Die Folgen sind bereits spürbar: Diesel und Benzin werden deutlich teurer. Die Bundesregierung beobachtet die Entwicklung genau. Nun meldete sich Bundeskanzler Christian Stocker mit einer klaren Botschaft zu Wort und stellte eine temporäre Steuersenkung auf Treibstoffe in Aussicht.
Ölpreis-Sprung treibt Spritkosten nach oben
Zum Wochenstart haben die internationalen Ölpreise kräftig angezogen. So kletterte der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent in der Nacht auf Montag zeitweise auf fast 120 Dollar, was einem Plus von bis zu 29 Prozent entspricht. Bis zum Mittag gab der Preis wieder nach und lag bei rund 105 Dollar.
Diese Entwicklung hat unmittelbare Auswirkungen auf die Preise an Österreichs Tankstellen. Seit dem Ausbruch des Iran-Krieges sind Diesel und Benzin spürbar teurer geworden. Die Regierung prüft derzeit die jüngsten Preissteigerungen.
Bundeskanzler Christian Stocker bezog auf der Plattform X klar Stellung. Er erklärte: „Eines ist dabei klar: Krisengewinne auf Kosten der Autofahrerinnen und Autofahrer, also der Menschen und Unternehmen, darf es nicht geben.“
Seit dem Ausbruch des Kriegs im Iran beobachten wir eine zunehmend angespannte und volatile Situation auf den internationalen Energiemärkten. In den letzten Tagen hat sich diese Entwicklung weiter zugespitzt und die Preisbewegungen sind spürbar sprunghafter geworden. Eines ist…
— Christian Stocker (@_CStocker) March 9, 2026
Stocker bringt Steuersenkung ins Spiel
Als mögliche Gegenmaßnahme sprach sich der Kanzler für eine temporäre Senkung der Treibstoffsteuern aus. Stocker erklärte dazu: „Ich spreche mich für eine temporäre Senkung der Steuern auf Sprit aus.“
Auch Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer unterstützt diesen Ansatz. Er betonte: „Der Staat darf kein Krisengewinner sein. Wenn wir die Österreicherinnen und Österreicher bei den Treibstoffkosten entlasten wollen, liegt der schnellste Hebel bei Steuern und Abgaben.“ Gleichzeitig verwies er auf eine weitere Priorität: „Neben der Entlastung hat die Versorgungssicherheit oberste Priorität. Keine Maßnahme darf die Versorgungssicherheit gefährden.“
Unterstützung auch aus Niederösterreich
Auch aus den Bundesländern bekommt der Bundeskanzler Rückendeckung. Mikl-Leitner betonte: „Gerade im Flächenbundesland Niederösterreich sind viele Menschen auf das Auto angewiesen. Sie dürfen nicht die Zeche für die internationale Krise zahlen. Daher ist die Ankündigung des Bundeskanzlers, die Steuern auf Treibstoffe temporär zu senken, ein richtiger und notwendiger Schritt.“ Gerade in Regionen mit einer geringeren öffentlichen Verkehrsanbindung seien viele Menschen auf das Auto angewiesen.
Diesel schon über zwei Euro
Die Preisentwicklung ist bereits deutlich an den Zapfsäulen erkennbar. So kostete ein Liter Diesel am Montag an einer Tankstelle in der Hadikgasse in Wien bereits mehr als zwei Euro. Im Vergleich zum Vormonat ist Diesel somit um fast 50 Cent teurer geworden. Beim Benzin beträgt der Anstieg rund 25 Cent pro Liter.
Noch vor Beginn der Angriffe Israels und der USA auf den Iran lagen die Preise deutlich niedriger. Laut E-Control lag der durchschnittliche Dieselpreis in Österreich am Freitag davor bei 1,554 Euro pro Liter, Superbenzin kostete im Schnitt 1,499 Euro. Die Regulierungsbehörde erhebt die Spritpreise einmal täglich am Morgen für den jeweiligen Vortag.
Folgen für die Wirtschaft möglich
Der starke Anstieg der Öl- und Gaspreise könnte sich auch auf die wirtschaftliche Entwicklung auswirken. Deshalb könnte die für den 10. April angekündigte Konjunkturprognose des Wifo und des IHS überarbeitet werden.
In ihrer letzten Prognose vom Dezember 2025 gingen die Wifo-Ökonomen für das Jahr 2026 noch von einem Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent aus. Für 2027 wurde ein Plus von 1,4 Prozent erwartet. Sollten die Energiepreise jedoch dauerhaft hoch bleiben, könnte sich diese Einschätzung ändern.
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