"Star Trek" zu woke? Jetzt meldet sich Trump-Berater Stephen Miller zu Wort
Kaum gestartet, schon mittendrin im Kulturkrieg: „Star Trek: Starfleet Academy“, die neueste Serie aus dem legendären Sci-Fi-Universum, sorgt weniger wegen ihrer Handlung für Schlagzeilen als wegen „Woke“-Elementen.
„Star Trek: Starfleet Academy“ ist eine jugendorientierte Serie, angesiedelt im bekannten „Star Trek“-Universum. Die Handlung spielt Jahrhunderte in der Zukunft, zeitlich ungefähr zur Ära der späteren Staffeln von „Star Trek: Discovery“.
Im Mittelpunkt steht eine neue Generation von Kadetten der Sternenflotte. Eine zentrale Rolle übernimmt Holly Hunter als Kanzlerin der titelgebenden Akademie.
Stephen Miller nennt die Serie „tragisch“
Die Kritik bekam zusätzliche Aufmerksamkeit, nachdem sich Stephen Miller, Berater von Präsident Donald Trump, öffentlich äußerte. Miller teilte einen Clip aus der Serie, in dem Hunter gemeinsam mit weiteren weiblichen Figuren zu sehen ist.
Er bezeichnete den Ausschnitt als „tragisch“ und schlug vor, der 94-jährige William Shatner solle zurückkehren und „totale kreative Kontrolle“ erhalten, um das Franchise zu „retten“.
Star Trek 2026… Beyond parody… pic.twitter.com/tf8KOpxmgm
— End Wokeness (@EndWokeness) January 10, 2026
Accounts mobilisieren
Mehrere Social-Media-Accounts griffen den Clip auf. Der X-Account „End Wokeness“, der laut Forbes fast vier Millionen Follower hat, verbreitete die Szene weiter.
Unter dem Beitrag sammelten sich zahlreiche Kommentare mit anti-„woke“ Botschaften, darunter auch geschlechterbezogene und körperbezogene Kommentare über die Schauspielerinnen. Der meistgelikte Kommentar scherzte darüber, dass im „Star Trek“-Universum offenbar Ozempic nicht verfügbar sei. Ein weiterer Kommentar lautete: „Woke zu werden ist nicht logisch.“
„Ruhe in Frieden Star Trek“: Kritik aus dem YouTube-Umfeld
Auch der Popkultur-Kommentator Nerdrotic, dessen YouTube-Kanal laut Forbes über 1,2 Millionen Abonnenten verfügt, kritisierte die Serie. Er verwies darauf, dass die YouTube-Premiere nur rund 1.300 gleichzeitige Zuschauer hatte und kommentierte:
„RIP Star Trek.“
Der Beitrag erhielt mehr als 24.000 Likes.
Zusätzlich kursierten bearbeitete Poster mit der Aufschrift „Starfleet Learing Academy“ – eine Anspielung auf ein aktuell diskutiertes Betrugsverfahren rund um eine falsch beschriftete Kindertagesstätte in Minnesota.
Cast verteidigt die Serie öffentlich
Die Macher der Serie reagierten öffentlich auf die Vorwürfe. Schauspielerin Gina Yashere, die in „Starfleet Academy“ mitwirkt, verteidigte das Franchise in einem Interview auf CNN.
Sie sagte:
„Star Trek war von Anfang an woke.“
Zum Begriff „woke“ erklärte sie weiter:
„Woke ist ein gutes Wort. Es hat negative Konnotationen bekommen. Aber woke bedeutet einfach, wach zu sein und sich dessen bewusst zu sein, was in der Welt um einen herum passiert.“
Yashere teilte den CNN-Ausschnitt später auf Instagram. Der offizielle „Star Trek“-Account kommentierte darunter, sie habe „nichts als Fakten“ gesagt.
Auch Serien-Veteranen melden sich zu Wort
Unterstützung erhielt Yashere von Robert Picardo, einem langjährigen „Star Trek“-Schauspieler, der ebenfalls in „Starfleet Academy“ auftritt. Er schrieb auf X:
„Das Herz von Star Trek war ‚woke‘, lange bevor das Wort gekapert und als Keule benutzt wurde – um zu beleidigen, zu verspotten und in den toxischen Extremen der sozialen Medien Vorurteile und Rassismus zu rechtfertigen.“
Vergleich mit „The Acolyte“
Forbes zieht Parallelen zur „Star Wars“-Serie „The Acolyte“, die im Sommer 2024 startete und ebenfalls früh Ziel einer Review-Bombing-Kampagne wurde. Auslöser waren unter anderem Aussagen von Serienmacherin Leslye Headland und Hauptdarstellerin Amandla Stenberg, die über die „schwulste“ Version des Franchise scherzten.
Besonders eine Szene, in der über Pronomen gesprochen wird, zog Kritik auf sich. „The Acolyte“ wurde später nach einer Staffel eingestellt, Berichten zufolge wegen hoher Produktionskosten und niedriger Zuschauerzahlen.
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