Die Feier fand in der Westminster Hall statt, einem der traditionsreichsten Orte des britischen Parlaments. Dort wurde ein Iftar veranstaltet – das abendliche Fastenbrechen während des Ramadan.

Bereits im vergangenen Jahr hatte es im Parlament erstmals eine solche Feier gegeben.

Wie Apollo News berichtete, bezeichnete Starmer es als Ehre, dort sprechen zu dürfen. Der Ramadan sei eine Zeit des Innehaltens, erklärte er – eine Zeit der „Großzügigkeit und des Dienens“.

Gleichzeitig betonte er die Vielfalt des Landes und die Bedeutung des Zusammenlebens unterschiedlicher Gemeinschaften.

"Islamophobie ausrotten"

Im Mittelpunkt seiner Rede stand die Rolle der muslimischen Bevölkerung im Vereinigten Königreich.

Vor den Gästen sagte er: Muslime seien „das Gesicht des modernen Großbritanniens“.

Der Premier warnte zugleich vor Kräften, die versuchen würden, die Gesellschaft “zu spalten” und “Stimmung gegen Muslime” zu machen.

Seine Haltung formulierte er unmissverständlich:

„Also lassen Sie mich glasklar sein: Ich bin immer entschieden gegen anti-muslimischen Hass in all seinen Formen.“

Und weiter:

„Ich werde Islamophobie ausrotten: Ich werde dagegen vorgehen. Meine Regierung wird meinen Worten die Taten folgen lassen, die sie verdienen.“

Als konkrete Maßnahme verwies Starmer auf zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen. Insgesamt 40 Millionen Pfund wurden für die Sicherung von Moscheen bewilligt.

Klare Worte zum Iran-Konflikt

Neben innenpolitischen Themen sprach der Premierminister auch über die angespannte Lage im Nahen Osten. Die Situation im Zusammenhang mit dem Iran bezeichnete er als „ernst“ und „gefährlich“. Dabei stellte er ausdrücklich klar, dass Großbritannien nicht an militärischen Angriffen beteiligt gewesen sei.

„In Bezug auf den Iran: Ich möchte klarmachen, dass Großbritannien nicht an den Offensivschlägen der USA und Israels beteiligt war. Und das bleibt so.“

Gleichzeitig erklärte Starmer, britische Militärbasen würden lediglich für defensive Zwecke zur Verfügung gestellt. Britische Bürger in Kuwait oder anderen Ländern der Region sollten „nicht an der Frontlinie des Konflikts sein“, sondern „an der Frontlinie des Trostes“.

Diskussion um Militärbasis Diego Garcia

Die Nutzung der britischen Militärbasis Diego Garcia hatte zuvor international Aufmerksamkeit ausgelöst.

Donald Trump erklärte in einem Interview mit dem Telegraph, Starmer habe zunächst die Nutzung der Basis für einen Angriff verweigert. Später erlaubte er sie doch, nachdem der Iran auch Länder wie die Vereinigten Arabischen Emirate oder Kuwait angegriffen hatte.

Trump reagierte darauf deutlich.

„Das ist zwischen unseren Ländern wahrscheinlich noch nie vorgekommen.“

Er fügte hinzu, er sei „sehr enttäuscht“ gewesen.

Auch in einem Gespräch mit Friedrich Merz äußerte Trump Kritik an Starmer und sagte, dieser sei „nicht Winston Churchill“.

Gaza-Krieg und Anerkennung Palästinas

In seiner Rede sprach Starmer auch über den Krieg im Gazastreifen. Der Konflikt habe nicht erst in der vergangenen Woche begonnen, sagte er. Besonders im Gazastreifen seien viele Frauen und Kinder getötet worden. Man dürfe diese Opfer nicht aus den Augen verlieren, betonte der Premier. Ebenso wichtig sei eine Perspektive für Frieden in der Region.

Er sprach von der „Notwendigkeit für Frieden, Gerechtigkeit und Sicherheit in Palästina und Israel“. Großbritannien hatte im September 2025 Palästina als Staat anerkannt.

Szene mit palästinensischem Vertreter

Videoaufnahmen zeigen außerdem eine Begegnung zwischen Starmer und dem palästinensischen Vertreter Husam Zomlot.

Darauf ist zu sehen, wie der britische Premierminister Zomlot umarmt. Währenddessen ist über Lautsprecher der Ruf „Allahu akbar“ zu hören.

Zomlot hatte im November 2023 in einem Interview mit CBS News die israelische Kriegsführung im Gazastreifen kritisiert. Das Interview fand wenige Wochen nach dem Angriff der Hamas am 7. Oktober statt, bei dem rund 1.200 Israelis getötet und etwa 250 Menschen in den Gazastreifen entführt wurden.