Die schwarz/rote Tiroler Landesregierung beschloss, dass Abtreibungen ab jetzt in öffentlichen Krankenhäusern angeboten werden. Die Schwangerschaftsabbrüche bleiben weiterhin Privatleistung, eine verpflichtende Beratung vor einem Eingriff ist nach wie vor nicht vorgesehen. Die Vermittlung erfolgt aber über Beratungsstellen, wie die österreichische Presseagentur mitteilt.
Politischer Dammbruch Tirol Fuehrt Abtreibungen In Krankenhaeusern Ein
ZSG Tirol betreibt „Queeres Bildungs- und Kompetenzzentrum“
Eine davon ist das „Zentrum Sexuelle Gesundheit Tirol“ (ZSG Tirol). Neben Beratungen für Frauen im Schwangerschaftskonflikt, HIV-Testungen und Sexualberatung betreibt das ZSG auch ein „Queeres Bildungs- und Kompetenzzentrum“. Angeboten wird in diesem Bereich nicht nur Aufklärung für Homosexuelle über sexuell übertragbare Krankheiten.
Das Zentrum hat eine eindeutige ideologische Schlagseite. Weitere Tätigkeiten sind, laut Webseite, Dragqueen-Projekte, „lebensweltorientierte Beratung von queeren Menschen: sexuelle Identität(en), sexuelle Orientierung(en), Beziehungsformen, Sexarbeit“, „Awarenessbildung und Antidiskriminierungsarbeit“ oder der Workshop „Diversity als Chance – Sexuelle Orientierungen und Identitäten“.

2025: 162.000 Euro Fördergelder
Der Verein wird mit Steuergeldern unterstützt. Das Land Tirol förderte die Einrichtung 2024 mit insgesamt 127.000 Euro. 2025 wurde die Förderung auf 162.000 Euro erhöht, wie das Land Tirol in einer Pressemitteilung bekannt gab.
Bis Mai 2023 hieß der Verein noch „AIDS-Hilfe Tirol”. Im Rahmen eines Drei-Jahres-Vertrags zur psychosozialen Versorgung flossen damals 85.000 Euro an die AIDS-Hilfe Tirol.
ZSG ist für Abtreibung als Kassenleistung
Auch beim Thema Abtreibung verhält sich das ZSG Tirol nicht neutral, sondern aktivistisch. Über einen ihrer Homepage-Links mit dem Namen „Ungewollt Schwanger?“ landet man bei der Website des „Aktionskomitee Schwangerschaftsabbruch“. Dabei handelt es sich um einen „interdisziplinären Zusammenschluss von im Gesundheits- und Sozialbereich tätigen Vereinen sowie Politikerinnen“, heißt es auf der Webseite. Ein Verein, der die Plattform unterstützt, ist das ZSG Tirol.
Der Zusammenschluss setzt sich für lockere Abtreibungsgesetze ein. Er fordert unter anderem die Kostenübernahme von Verhütungsmittel und Abtreibungen durch die Krankenkasse und die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen.
FPÖ-Tirol-Frauensprecherin: „Linkslinke ideologische Indoktrination auf Kosten der Tiroler Steuerzahler“
„Es ist absolut inakzeptabel, dass ein ideologisch einseitig ausgerichteter Verein wie das ZSG Tirol mit 162.000 Euro Steuergeld des Landes Tirol gefördert wird“, sagt die Frauen- und Familiensprecherin der FPÖ Tirol, Gudrun Kofler, gegenüber dem exxpress. Die FPÖ ist im Tiroler Landtag mit sieben Mandaten stärkste Oppositionspartei. Der Verein betreibe „bestimmt keine neutrale Schwangerschaftskonfliktberatung, sondern linkslinke ideologische Indoktrination auf Kosten der Tiroler Steuerzahler“.

„Statt Familien zu stärken, das ungeborene Leben zu schützen und Frauen echte Alternativen aufzuzeigen, wird hier mit tatkräftiger Hilfe – der sich selbst abschaffenden Familienpartei ÖVP – Gender- und Queertheorie mit Steuergeld subventioniert“, sagt sie. Die FPÖ fordere „ein sofortiges Ende dieser einseitigen Förderung“. Beratung in Schwangerschaftskonflikten müsse ergebnisoffen, lebensbejahend und familienorientiert sein.
Auch zweite Beratung ist aktivistisch tätig
Ein zweiter Verein, der Frauen an Kliniken vermittelt, nennt sich „Chill Out“. Die Beratungsstelle, die zum „Durchgangsort für Wohnungs- und Arbeitssuchende“ (DOWAS) gehört, bietet vor allem Wohnmöglichkeiten für Jugendliche aus schwierigen familiären Verhältnissen an. Junge Frauen bis 21 Jahren erhalten dort auch Hilfe bei Schwangerschaftskonflikten. Wie das ZSG Tirol, unterstützt auch „Chill Out“ die progressive, Pro-Abtreibungs-Plattform „Aktionskomitee Schwangerschaftsabbruch“. „Chill Out“ erhält öffentliche Gelder über einen Leistungsvertrag mit dem Land Tirol.
„Chill Out“ erhält über 1,5 Millionen Euro Leistungsentgelt
Der Verein erhält heuer voraussichtlich ein Leistungsentgelt von über 1,5 Millionen Euro (1.758.800 Euro). 2025 erhielt er 1.729.800 Euro und 2024 1.639.300 Euro, wie ein Pressesprecher des Landes Tirol auf exxpress-Anfrage mitteilte.
Der exxpress wollte auch wissen, wie Tirol die Vergabe von Förderungen regelt. Das ist die Antwort:
„Das Land Tirol verfügt über allgemeine Vorgaben zur Vergabe von Förderungen aus Landesmitteln. Diese Richtlinie gilt für Landesförderungen, soweit nicht durch ein Gesetz, durch eine Verordnung oder durch eine speziellere Förderrichtlinie anders geregelt. Allgemein gilt: Förderungen können nur nach Maßgabe der vorhandenen budgetären Mittel gewährt werden. Wir dürfen in diesem Zusammenhang auf das Tiroler Fördertransparenzgesetz, LGBl. Nr. 149/2012 idgF, und insbesondere auf die dort normierten Informations- und Veröffentlichungspflichten hinweisen.“
„Chill Out“ erhalte vom Land Tirol eben keine Förderung, sondern „verfügt seit vielen Jahren über einen Leistungsvertrag, der die Finanzierung des Vereins über Leistungsentgelte regelt“, so der Sprecher.
Politisch zuständig für beide Vereine ist die SPÖ-Landesrätin Eva Pawlata. Sie ist zuständig für Frauen, Soziales und Kinder- sowie Jugendhilfe.

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