Trump am Ohr getroffen – und SPÖ-Grande Jarolim nennt Attentat „Fake“
Acht Schüsse. Ein Toter. Zwei Schwerverletzte. Donald Trump wird am Ohr getroffen – und überlebt nur knapp. 20 Monate später erklärt Ex-SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim das Attentat zum „billigen Fake“. Interessant – die Fakten erzählen eine andere Geschichte.
Donald Trump wird nach den Schüssen in Butler vom Secret Service von der Bühne gebracht – am Ohr getroffen, ein Toter, zwei Schwerverletzte.APA/AFP/Rebecca DROKE
Mit einem Posting auf X sorgt Hannes Jarolim für Aufsehen. Der frühere SPÖ-Justizsprecher erklärt das Attentat auf Donald Trump kurzerhand zum „billigen Fake“.
Sein Aufhänger: ein Bericht über mutmaßliche russische Wahlkampfpläne in Ungarn. Darin ist die Rede davon, dass im Kreml sogar über die Inszenierung eines Attentats auf Viktor Orbán nachgedacht worden sein soll – offenbar mit Blick auf die politische Wirkung des gescheiterten Anschlags auf Trump im US-Wahlkampf. Moskau, so die Darstellung, wollte Orbán damit im Wahlkampf helfen. Schon an dieser Geschichte kann man Zweifel haben. Noch bemerkenswerter ist jedoch der Schluss, den Jarolim daraus zieht.
Der langjährige Ex-Nationalratsabgeordnete findet das „großartig“, denn: „Jetzt ist’s bestätigt, was ohnedies alle gedacht haben: Das lächerliche Attentat auf Trump war billiger Fake.“ Das Problem: Genau das steht in dem von Jarolim geteilten Bericht nicht.
Großartig, jetzt ist`s bestätigt, was ohnedies alle gedacht haben: Das lächerliche Attentat auf Trump war billiger Fake
— Hannes Jarolim (@JarolimHannes) March 21, 2026
Parlamentswahl in Ungarn: Kreml soll Fake-Kampagne geplant haben – inklusive „Inszenierung eines Attentats auf Viktor Orbán“ https://t.co/5Vquq1BEcV via @welt
Acht Schüsse, ein Toter – was wirklich geschah
Am 13. Juli 2024 fällt in Butler, Pennsylvania, ein Mann mit einem halbautomatischen Gewehr über eine Wahlkampfveranstaltung her. Es ist kein Gerücht, keine Deutung, kein Narrativ – es ist vielfach dokumentiert. Der Täter: Thomas Matthew Crooks.
Er schießt achtmal. Eine Kugel trifft Donald Trump am Ohr. Ein Zuschauer wird getroffen und stirbt, zwei weitere werden schwer verletzt. Nach gut 15 Sekunden erschießt ein Scharfschütze des Secret Service den Angreifer.
Das FBI stuft den Vorfall von Beginn an als Attentatsversuch und möglichen Inlandsterrorismus ein.
Extrem knapp – und real
Wie knapp es war, lässt sich nicht auf Zentimeter genau berechnen. Fest steht: Trump wurde am Ohr von einem Projektil aus der Waffe des Täters verletzt. Das FBI spricht von einer Kugel – „ob ganz oder fragmentiert“. Wer hier von „Fake“ spricht, stellt sich nicht gegen Interpretationen, sondern gegen dokumentierte Realität.
Keine Spur für die These
Auch die Ermittlungen geben Jarolims Aussage keinen Halt. Bekannt ist, wer geschossen hat. Nicht bekannt ist ein Hintermann.
Das FBI erklärt ausdrücklich, es gebe keine glaubwürdigen Hinweise auf Mitverschwörer und keinen Hinweis auf eine ausländische Steuerung. Ein Motiv bleibt unklar. Aber: Nichts deutet auf eine Inszenierung hin.
Geplant, nicht spontan
Was man weiß, spricht für das genaue Gegenteil eines „Fake“.
Crooks bereitete die Tat gezielt vor. Er recherchierte frühere Attentate, analysierte das Gelände, setzte eine Drohne ein und beschäftigte sich mit ballistischen Berechnungen. Er beobachtete Veranstaltungen und wählte Butler bewusst als Gelegenheit.
Das war kein Zufall. Und schon gar keine Show.
Der eigentliche Skandal
Wenn es einen belegten Skandal gibt, dann liegt er nicht in einer angeblichen Inszenierung. Sondern im Versagen der Sicherheitsbehörden.
Untersuchungen des US-Kongresses sprechen von gravierenden, vermeidbaren Fehlern bei Planung und Absicherung. Genau diese Lücken machten den Angriff überhaupt erst möglich.
Ein Satz – und seine Bedeutung
Vor diesem Hintergrund wirkt Jarolims Aussage besonders entlarvend. Er nennt ein Attentat, bei dem ein Mensch starb, zwei weitere schwer verletzt wurden und Donald Trump am Ohr getroffen wurde, allen Ernstes „lächerlich“. Dann legt er nach: Das sei „ohnehin das gewesen, was alle gedacht haben“ – also ein Fake.
Gerade dieser Satz sagt viel. Er deutet auf ein Umfeld hin, in dem solche Spekulationen offenbar von Anfang an kursierten und für glaubwürdig gehalten wurden – obwohl es dafür keinerlei belastbare Beweise gab.
Scharfe Reaktion
Der Politologe Ralph Schöllhammer widerspricht öffentlich und unmissverständlich: „Nichts von dem steht im Artikel.“ Und weiter: „Hier wird also glatt die Unwahrheit verbreitet – oder es mangelt an der Fähigkeit, sinnerfassend zu lesen“, kommentiert er auf X.
Nichts von dem steht im Artikel (siehe Screenshot), hier wird also glatt die Unwahrheit von einem ehemaligen SPÖ Nationalratsabgeordneten verbreitet, oder es mangelt an der Fähigkeit sinnerfassend lesen zu können. https://t.co/Rsl1AtWOTK pic.twitter.com/cvEjoyRmTE
— Ralph Schoellhammer (@ralph_schoelli) March 22, 2026
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