Trump droht dem Iran erneut mit Zerstörung von kritischer Infrastruktur
US-Präsident Donald Trump hat sich am Montag erneut auf seiner Plattform Truth Social gemeldet, um dem Iran mit Luftschlägen zu drohen. Gleichzeitig stellte er in der Financial Times eine Bodeninvasion der Insel Kharg in Aussicht.
„Die Vereinigten Staaten von Amerika führen derzeit ernsthafte Gespräche mit einem NEUEN UND VERNÜNFTIGEREN REGIME, um unsere Militäroperationen im Iran zu beenden“, erklärte Trump am Montag. Es seien große Fortschritte erzielt worden, „aber falls aus irgendeinem Grund nicht bald eine Einigung erzielt wird – was wahrscheinlich doch der Fall sein wird – und falls die Straße von Hormus nicht sofort ‚für den Geschäftsverkehr geöffnet‘ wird, werden wir unseren schönen ‚Aufenthalt‘ im Iran beenden, indem wir sämtliche Stromerzeugungsanlagen, Ölfelder und die Insel Kharg (und möglicherweise auch alle Entsalzungsanlagen!) vollständig zerstören und auslöschen – Ziele, die wir bisher bewusst nicht angegriffen haben.“
Dies werde als Vergeltung „für unsere vielen Soldaten und andere erfolgen, die durch das alte Regime während seiner 47-jährigen ‚Schreckensherrschaft‘ abgeschlachtet und getötet wurden“. Trump hatte in den vergangenen Tagen mehrfach Ultimaten aufgestellt, die jedoch verstrichen, ohne dass daraus Konsequenzen folgten.
Bis zum 6. April gilt das neue Ultimatum
Am 21. März stellte der US-Präsident dem Iran ein 48-Stunden-Ultimatum, verbunden mit der Forderung, die Straße von Hormus wieder vollständig für den Schiffsverkehr zu öffnen. Er kündigte an, dass die Vereinigten Staaten iranische Energieinfrastruktur ins Visier nehmen könnten, falls die Wasserstraße weiterhin blockiert bleibe.
Diese Frist wurde schließlich um fünf Tage verlängert, um den diplomatischen Gesprächen etwas mehr Zeit zu geben. Am 27. März folgte die nächste Verlängerung um insgesamt zehn Tage. Bis zum 6. April um 20 Uhr US-Ostküstenzeit werde es keine Angriffe auf iranische Kraftwerke geben, so Trump.
Gleichzeitig mehren sich Berichte in den US-Medien, dass in der US-Administration über eine Bodeninvasion der Insel Kharg diskutiert wird. Die Washington Post hatte zuerst berichtet, dass das Pentagon Pläne für mehrwöchige Bodenoperationen vorbereitet, bei denen tausende Soldaten und Marines in den Nahen Osten verlegt werden könnten. Dabei geht es laut dem Bericht um mögliche Einsätze von Spezialkräften und Infanterie.
„Vielleicht übernehmen wir die Kharg‑Insel“
Konkret geht es um die bewohnte Insel Kharg, die etwa 30 Kilometer vor der Küste des Festlands liegt. Rund 90 Prozent des iranischen Ölexports werden über die Insel abgewickelt. Kharg selbst ist keine Ölquelle, das Rohöl wird vielmehr in On‑ und Offshore-Feldern des iranischen Festlands produziert und per Pipeline zur Insel transportiert, wo es gelagert und auf Tanker verladen wird.
In einem Interview mit der Financial Times stellte Präsident Trump am Montag in Aussicht, dass die USA Irans Öl übernehmen könnten. Er denke noch darüber nach, den wichtigen Treibstoff-Hub auf der Insel Kharg zu beschlagnahmen. Seine „Präferenz wäre, das Öl zu nehmen“, erklärte er. Er verglich den möglichen Schritt mit den US‑Ambitionen, die Ölindustrie Venezuelas nach der Gefangennahme seines Präsidenten Nicolás Maduro im Januar zu kontrollieren.
„Um ehrlich zu sein, mein Lieblingsthema ist es, das Öl im Iran zu nehmen, aber einige dumme Leute in den USA sagen: ‚Warum machst du das?‘ Aber sie sind dumme Leute“, sagte Trump dem Blatt. Er fügte hinzu: „Vielleicht übernehmen wir die Kharg‑Insel, vielleicht auch nicht. Wir haben viele Optionen“, sagte Trump. „Es würde auch bedeuten, dass wir eine Weile dort bleiben müssten.“
Dieser Beitrag ist ursprünglich auf unserem Partner-Portal NiUS erschienen.
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