Auf die Frage, welchen Rat er Starmer geben würde, sagte Trump der Sun:
„Zwei sehr einfache Dinge.“

Dann wurde er konkret:
„Öffnen Sie die Nordsee. Sofort. Ihre Energiepreise gehen durch die Decke.Öffnen Sie die Nordsee und stoppen Sie die Menschen, die aus fernen Ländern in Ihr Land strömen.“

60 Prozent Preisschock in 48 Stunden

Der Druck aus Washington kommt in einem hochsensiblen Moment.

Wie The Telegraph berichtete, stieg der europäische Großhandelspreis für Gas am Dienstag um weitere 20 Prozent – nachdem er bereits am Montag um 40 Prozent nach oben geschossen war. Binnen zwei Tagen summiert sich das auf ein Plus von 60 Prozent.

Auch beim Öl zeigt der Trend steil nach oben:
Die Nordsee-Sorte Brent verteuerte sich in den frühen Morgenstunden am Dienstag um bis zu 3,5 Prozent und überschritt erneut die Marke von 80 Dollar pro Barrel. Analysten warnen, die Preise könnten auf 100 Dollar steigen, sollte sich der Krieg mit dem Iran weiter hinziehen.

Steigende Öl- und Gaspreise drohen die Inflation neu anzuheizen – eine schwierige Ausgangslage für Schatzkanzlerin Rachel Reeves, die ihr Spring Statement vorbereitet.

„Schatztruhe für das Vereinigte Königreich“

Trump drängt nicht zum ersten Mal auf mehr Förderung.

Bereits im vergangenen Juli hatte er die Nordsee als eine „Schatztruhe für das Vereinigte Königreich“ bezeichnet. Im September sagte sein Energieminister, britische Minister würden die heimische Öl- und Gasindustrie „erdrosseln“.

Während Trump in den USA mit dem Versprechen „drill, baby, drill“ gewählt wurde, geht London einen anderen Weg.

Die Labour-Regierung hat die sogenannte Windfall Tax auf Gewinne von Öl- und Gaskonzernen auf 78 Prozent erhöht und bis 2030 verlängert. Zudem wurden neue Explorationslizenzen eingeschränkt und Investitionsanreize gestrichen.

Wachsende Abhängigkeit vom Ausland

Parallel zur Einschränkung der eigenen Förderung ist Großbritanniens Abhängigkeit von Energieimporten gestiegen – vor allem aus Norwegen und den USA.

Zudem stammen rund zwei Prozent der britischen Gasimporte aus Katar.

Doch genau dort kam es zu einem schweren Zwischenfall: Nach einem iranischen Drohnenangriff musste QatarEnergy am Montag eine Raffinerie schließen. Ein Gasterminal nahe Doha wurde ebenfalls geschlossen. Der Vorfall befeuerte den Anstieg der Großhandelspreise zusätzlich.

Tankstellen warnen vor höheren Preisen

Die Folgen dürften auch Autofahrer bald spüren.

Alasdair Locke, Vorsitzender der Motor Fuel Group – dem größten Tankstellenbetreiber Großbritanniens –, sagte, die Preise an den Zapfsäulen würden „in den kommenden Tagen und Wochen“ steigen.

Im BBC-Programm Today kritisierte er die Regierung scharf:
„Was das vielmehr deutlich macht, ist die Absurdität eines Großteils unserer aktuellen Energiepolitik, insbesondere im Hinblick auf die Energiesicherheit.“

Besonders deutlich wurde er beim Thema Katar:
„Die Tatsache, dass Katar kein Gas produzieren und nun exportieren kann – und wir sehr viel Gas aus Katar importieren – warum um alles in der Welt legen wir unsere eigene Produktion in der Nordsee auf dem Altar von Net Zero still?“

Und weiter:
„Wir alle wissen, dass wir in diesem Land Öl und Gas noch jahrzehntelang im Energiemix brauchen.“

Milliarden Barrel unter britischen Gewässern

Die North Sea Transition Authority schätzt, dass sich in britischen Gewässern 2,9 Milliarden Barrel Öläquivalent an nachgewiesenen und wahrscheinlichen Reserven befinden.

Weitere 6,2 Milliarden Barrel gelten als wahrscheinlich förderbar, sind jedoch noch nicht kommerziell erschlossen. Hinzu kommen 4,6 Milliarden Barrel in bislang nicht angebohrten Vorkommen.

Die Ressourcen sind vorhanden – die politische Richtung bleibt umstritten.