„Ich habe Präsident Putin persönlich gebeten, eine Woche lang nicht auf Kiew und die anderen Städte zu schießen“, sagte Trump am Donnerstag bei einer Kabinettssitzung in Washington. „Und er hat dem zugestimmt, und ich muss Ihnen sagen, das war sehr nett.“

Eiseskälte, Stromausfälle – und die bange Frage: Hält die Feuerpause wirklich?

Mit Blick auf die Menschen in der Ukraine sagte Trump: „Sie haben noch nie so unter der Kälte gelitten.“ In den vergangenen Wochen hat Russland das ukrainische Energienetz verstärkt bombardiert. Durch die Attacken waren Tausende Haushalte bei eisigen Temperaturen immer wieder ohne Strom und Heizung.

Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj äußerte sich zurückhaltend dazu. Er dankte zunächst den USA für ihre Bemühungen, ein Moratorium für russische Angriffe auf Energieanlagen zu erreichen. „Die Lage jetzt in der Nacht und in den kommenden Tagen, die tatsächliche Situation in unseren Energieanlagen und Städten” werde zeigen, ob es eine solche Waffenruhe tatsächlich geben werde, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft.

Die örtlichen Behörden arbeiten unterdessen intensiv daran, die Wärme- und Stromversorgung wiederherzustellen. Für die kommenden Tage hat der ukrainische Wetterdienst extremem Frost mit nächtlichen Temperaturen von bis zu minus 30 Grad vorausgesagt. Nach jüngsten Behördenangaben wurden am Donnerstag bei russischen Angriffen auf Ziele im Zentrum und im Süden der Ukraine sechs Menschen getötet.

Klitschko: Noch mehr als 450 Wohnblöcke in Kiew ohne Heizung

Wie der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko am Donnerstagabend mitteilte, sind in der Millionenstadt noch immer mehr als 450 Wohnblöcke ohne Heizung. Im besonders betroffenen Stadtteil Trojeschtschyna wurden zwar 100 Häuser wieder an die Wärmeversorgung angeschlossen, die meisten ungeheizten Häuser befinden sich aber weiterhin in diesem nordöstlichen Stadtbezirk.

Russland hat zu Jahresbeginn seine Luftangriffe auf die ukrainische Hauptstadt noch einmal verstärkt. Großangriffe gab es am 9. und 13. Januar. Nach dem erneuten Beschuss der Heizkraftwerke am Samstag waren etwa 6.000 Wohnblöcke und damit gut die Hälfte der Millionenstadt bei teils zweistelligen Minusgraden ohne Fernheizung. Der Stromversorger musste zu Notabschaltungen greifen. Erst am Donnerstagmorgen wurden wieder planmäßige Stromsperren eingeführt, wodurch viele Kiewer zumindest wieder fünf bis acht Stunden Elektrizität täglich haben.

Ukraine will mit SpaceX russische Starlink-Nutzung stoppen

Laut Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow arbeitet die Ukraine mit dem Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk zusammen, um den Einsatz des Satelliten-Internetsystems Starlink durch Russland zu unterbinden. Zuvor hatte die Regierung in Kiew erklärt, Starlink-Terminals an russischen Langstreckendrohnen gefunden zu haben, die für Angriffe genutzt wurden.

Im Laufe der Woche hatte ein Berater Fedorows Bilder in sozialen Medien veröffentlicht, die Trümmer russischer Langstreckendrohnen mit Starlink-Terminals zeigen sollen. Ihm zufolge könnte Russland das System zur Steuerung von Drohnen eingesetzt haben, die am Dienstag einen ukrainischen Personenzug trafen. Bei dem Angriff wurden fünf Menschen getötet. „Wir sind SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell und Elon Musk persönlich für die schnelle Reaktion dankbar”, schrieb Fedorow auf dem Kurznachrichtendienst Telegram. Eine Stellungnahme von SpaceX lag zunächst nicht vor.

Der kürzlich ernannte Berater Serhij Beskrestnow erklärte am Donnerstag, es habe bereits hunderte Fälle gegeben, in denen Russland mit Starlink ausgestattete Drohnen gegen die Ukraine eingesetzt habe. „Die Komplexität dieses Prozesses liegt darin, dass Starlink nicht mit Mitteln der elektronischen Kriegsführung unterdrückt werden kann”, schrieb er. Eine Lösung sei daher nur über SpaceX möglich.

Musk hatte den Starlink-Dienst im Jahr 2022, kurz nach Beginn der russischen Invasion, für die Ukraine freigeschaltet. Das ukrainische Militär ist für die Kommunikation auf dem Schlachtfeld und die Steuerung eigener Drohnen auf zehntausende Starlink-Terminals angewiesen. SpaceX hatte im Februar 2024 erklärt, keine Geschäfte mit der russischen Regierung oder deren Militär zu machen.