US-Präsident Donald Trump hat sich in die Iran-Krise eingeschaltet und eine mögliche Intervention angedeutet. In einem Post auf der Plattform Truth Social wandte er sich direkt an die Demonstranten: „Iranische Patrioten, protestiert weiter – übernehmt eure Institutionen!!!“ Er forderte sie auf, die Namen der „Mörder und Misshandler“ zu notieren, und versprach: „Sie werden einen hohen Preis zahlen … Hilfe ist unterwegs.“ Trump hat zudem alle Treffen mit iranischen Offiziellen abgesagt, bis die Tötungen von Protestierenden enden.

Krisensitzung in Washington: Trump kündigt „entsprechendes Handeln“ an

Wie der BBC berichtet, berät das Weiße Haus derzeit Optionen, darunter Luftschläge gegen militärische Einrichtungen der Revolutionsgarden, oder Cyberangriffe. Trump äußerte sich am Dienstag gegenüber Reportern wie folgt: „Die Tötungen scheinen bedeutend zu sein, aber wir wissen es noch nicht mit Sicherheit.“ Er plane, genaue Opferzahlen zu ermitteln und dann „entsprechend handeln“. Seine Nationalen Sicherheitsberater, darunter Außenminister Marco Rubio und Verteidigungsminister Pete Hegseth, haben in einer Krisensitzung verschiedene Szenarien diskutiert.

Frühere US-Offizielle bestätigen, dass die USA über ausreichend Mittel für einen Angriff verfügen, auch ohne Flugzeugträger in der Region. Trump riet Verbündeten, den Iran zu verlassen: „Sie sollten rausgehen … Das ist eine gute Idee.“

Irans Außenminister Abbas Araqchi warnte derweil vor einer Eskalation: „Falls Washington die militärische Option testen will, die es zuvor getestet hat, sind wir dafür bereit.“ Katar mahnte zu Diplomatie, um katastrophale Folgen in der Region zu vermeiden. Trump hatte zudem zuvor 25-Prozent-Zölle gegenüber Ländern verhängt, die mit dem Iran handeln.

Menschenrechtler schätzen mehr als 2.500 Tote

Unterdessen eskaliert die Gewalt vor Ort immer weiter: Die Menschenrechtsorganisation HRANA meldet mindestens 2.571 Tote seit Ausbruch der Proteste vor 17 Tagen, darunter 1.850 tote Demonstranten, 135 Regime-Anhänger, neun unbeteiligte Zivilisten und neun Kinder. Die Gruppe überprüft weitere 779 Berichte und nennt die Zahl eine „konservative“ Schätzung. Die norwegische Organisation Iran Human Rights (IHR) bestätigt mindestens 734 getötete Protestierende, basierend auf Daten aus weniger als der Hälfte der Provinzen, und schätzt ebenfalls tausende Tote.

Ein anonymer iranischer Offizieller räumte gegenüber Reuters etwa 2000 Tote ein, schob die Schuld jedoch „Terroristen“ zu, die von außen gesteuert würden. Auch der oberste Führer Ali Khamenei sprach von „neutralisierten Plänen ausländischer Feinde“.

Die Proteste, ausgelöst durch den Kollaps der Währung und steigende Lebenshaltungskosten, aber inzwischen das Wesen des Mullah-Regimes betreffend, haben sich zu den größten Protesten gegen das Regime seit 1979 entwickelt. So soll in 180 Städten demonstriert worden sein. Videos aus Teheran zeigen Leichenhallen mit Hunderten Leichen. Krankenhäuser seien überfordert: Ein iranischer Onkologe berichtete von Zuständen wie in „Kriegszonen“ mit Mangel an Blutkonserven und Versorgungsengpässen.

Elon Musk liefert Iranern kostenloses Internet

Um den regimeimponierten Blackout zu durchbrechen, schaltete sich unterdessen auch Tech-Milliardär Elon Musks ein und versprach, den Satelliten-Internetdienst Starlink für die Iraner kostenlos bereitszustellen. Bisher inaktive Accounts seien nun verbunden und Abogebühren erlassen. Das bestätigte auch Ahmad Ahmadian, Chef der Tech-NGO Holistic Resilience. „Es ist ein plug and connect-Konzept“. Man könne das Satellitenterminal einfach irgendwo hinstellen, wo es freien Blick auf den Himmel hat, und von dort aus Internetzugang erhalten.

Dabei ist Spacelink im Iran eigentlich verboten. Aktivisten sollen deshalb zahlreiche Terminals ins Land geschmuggelt haben: Schätzungen reichen von 20.000 bis über 50.000 Geräten. Starlink umgeht staatliche Netze via Satelliten und hat sich Krisen wie der Ukraine, aber auch Krisenregionen in Afrika bewährt. Im Iran dient es als „die einzige Möglichkeit, die Informationen [über die Gewalt und Proteste] nach draußen zu bringen“, so Ahmadian. Das Regime stört Signale mit militärischen Jammern, ähnlich wie Russland in der Ukraine, doch Starlink bleibt teilweise funktionsfähig.

Experten wie Mahsa Alimardani von Witness sehen in der Erweiterung ein „kleines Fenster“ gegen Zensur, das als Abschreckung wirken könnte. Die USA finanzierten früher VPNs für Iraner. Musk hatte Starlink bereits nach dem Israel-Iran-Krieg 2025 aktiviert, trotz Risiken für Nutzer.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf unserem Partner-Portal NiUS erschienen.