Trumps „Friedensrat“: Wer zugesagt hat – und wer auf Distanz geht
Der sogenannte „Friedensrat“ von Donald Trump sorgt weltweit für Zündstoff. Vorsitzender soll der US-Präsident selbst sein. Staaten können sich einen Sitz für unbestimmte Zeit sichern, wenn sie innerhalb eines Jahres eine Milliarde US-Dollar (851,86 Millionen Euro) zum Etat beisteuern. Wer diese Gebühr nicht zahlt, soll nur für drei Jahre im Gremium vertreten sein.
Dutzende Länder haben eine Einladung zum Beitritt zu Trumps „Friedensrat” erhalten. Einige haben ihre Teilnahme bereits zugesagt, andere zeigen sich eher zurückhaltend. Das ist der aktuelle Stand.
Diese Länder haben die Einladung zum „Friedensrat" angenommen
Ägypten: Das Außenministerium schreibt: „Ägypten begrüßt die Einladung zum Beitritt zum Friedensrat.” Präsident Abdel Fattah al-Sisi werde sie annehmen.
Albanien: Ministerpräsident Edi Rama lobt Trump und seine Initiative, die „das Potenzial habe, zu einem wahrhaft transformativen Modell der Friedensförderung auf globaler Ebene zu werden”.
Argentinien: „Es ist mir eine Ehre, heute Abend die Einladung erhalten zu haben, Argentinien als Gründungsmitglied dem Friedensrat beizutreten”, schreibt Präsident Javier Milei auf X.
Armenien: Ministerpräsident Nikol Paschinjan nimmt öffentlich Trumps Einladung an.
Aserbaidschan: Das Außenministerium gibt die Teilnahme des Landes bekannt.
Bahrain: König Hamad hat laut Angaben des Außenministeriums die Einladung angenommen.
Belarus: Machthaber Alexander Lukaschenko erklärt vor Reportern, dass er die Teilnahme als Gründungsmitglied unterschrieben hat.
Israel: Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat angekündigt, Trumps Einladung anzunehmen und Mitglied des Friedensrates zu werden.
Kasachstan und Usbekistan: Die Präsidenten der beiden zentralasiatischen Staaten, Kassym-Schomart Tokajew und Schawkat Mirziyojew, haben laut Medienberichten ihre Teilnahme zugesagt.
Kosovo: „Wir sind bereit”, schrieb Präsidentin Vjosa Osmani auf X. „Der Kosovo steht fest als Verbündeter Amerikas und ist bereit, diesen Frieden weiter voranzutreiben.”
uwait: Laut der staatlichen Nachrichtenagentur KUNA hat das kuwaitische Außenministerium bekanntgegeben, dass das Land dem Gremium beitreten wird.
Marokko: Das Außenministerium teilt mit, dass König Mohammed VI. das „Engagement und die Vision von Präsident Donald Trump für die Förderung des Friedens” begrüßt und die Einladung angenommen hat.
Paraguay: „Wir übernehmen mit Stolz die Verantwortung, gemeinsam mit den Vereinigten Staaten für einen dauerhaften Frieden für alle zu arbeiten”, verkündet Präsident Santiago Peña Palacios auf X.
Pakistan: Das Land freue sich darauf, „eine konstruktive Rolle im Rahmen des Friedensrates zu spielen”, teilt das Außenministerium mit.
Türkei, Saudi-Arabien, Katar, Jordanien und Indonesien: In einer gemeinsamen Mitteilung erklären die Außenminister von insgesamt acht Ländern ihre Beitrittsabsicht. Man begrüße die Einladung Trumps und werde unterzeichnen, heißt es darin.
Ungarn: Als bisher einziges EU-Land hat Ungarn zugesagt. „Wenn es Trump ist, dann ist es Frieden”, schreibt Ministerpräsident Viktor Orbán auf Facebook. „Wir haben die ehrenvolle Einladung des Präsidenten selbstverständlich angenommen.”
Vereinigte Arabische Emirate (VAE): Scheich Mohammed bin Sajid Al Nahyan hat die Einladung angenommen. „Seine Hoheit bekräftigte das Vertrauen der VAE in die Führungsrolle von Präsident Trump”, schreibt das Außenministerium.
Vietnam: Generalsekretär To Lam hat die Einladung ebenfalls angenommen, wie die Regierung offiziell verlautbaren ließ.
Diese Länder haben dem „Friedensrat" zunächst eine Absage erteilt
Frankreich: Aufgrund der zögerlichen Haltung von Präsident Emmanuel Macron, dem „Friedensrat” beizutreten, droht Trump mit Zöllen in Höhe von 200 Prozent auf Wein und Champagner.
Norwegen: Der stellvertretende Außenminister Andreas Motzfeldt Kravik sagte der Zeitung Aftenposten, dass das Land dem „Friedensrat” in seiner aktuellen Ausgestaltung nicht zustimmen könne.
Schweden: Laut Ministerpräsident Ulf Kristersson hat er bisher nicht formell auf die Einladung geantwortet. Nach den aktuellen Plänen werde Schweden aber nicht unterschreiben.
Diese Länder haben - neben anderen - bisher nicht fest zugesagt
Deutschland: Berlin reagiert bisher verhalten. Laut Außenminister Johann Wadephul gibt es noch Fragen. „Wir haben einen Friedensrat, und das sind die Vereinten Nationen”, sagte er am Mittwoch.
China: Die Regierung bestätigt lediglich, dass Peking eine Einladung erhalten hat. Genauere Informationen gibt es zunächst nicht.
Großbritannien: Premier Keir Starmer erklärte jüngst, er werde „mit Verbündeten über die Bedingungen des Friedensrats sprechen”.
Italien: Die Regierung in Rom zeigt sich zwar prinzipiell offen für einen Beitritt. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni wurde nach einem Gespräch mit dem Sender Rai1 mit den Worten zitiert, dass es in der Satzung allerdings einige Elemente gebe, die mit der italienischen Verfassung nicht vereinbar seien. Ihre Regierung brauche deshalb mehr Zeit. Sie halte es für unklug, wenn sich Europa aus einem „interessanten” Gremium wie diesem heraushalte.
Kanada: Premier Mark Carney sagte, das Land könne sich eine Teilnahme grundsätzlich vorstellen, die Details seien aber nicht endgültig geklärt.
Russland: Präsident Wladimir Putin hat nach Kreml-Angaben über diplomatische Kanäle eine Einladung von Trump erhalten. Putin sagte am Mittwoch, Russland sei bereit, die von Trump aufgerufene eine Milliarde Dollar Beitrittsgebühr für das Organ zu zahlen – allerdings nur aus den ohnehin in den USA eingefrorenen Mitteln.
Die Ukraine: Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Medienberichten zufolge eine Einladung von Trump erhalten. Vor Journalisten soll er gesagt haben, es sei aber „schwer vorstellbar”, in diesem Gremium neben Russland und Belarus zu sitzen: „Russland ist unser Feind, Belarus ist sein Verbündeter.”
Vatikan: Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin erklärt, Papst Leo XIV. habe eine Einladung erhalten, „und wir prüfen derzeit unser weiteres Vorgehen”.
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