Umfrage zur Wehrpflicht: „Wir müssen neutral bleiben!“
Junge Männer könnten bald zu 10 Monaten Wehrdienst verpflichtet werden. Exxpress hat sich in Wien umgehört: Die Meinungen über eine mögliche Verlängerung gehen auseinander. Von „auch Mädchen sollen den Dienst an der Waffe antreten“ bis „Österreich ist neutral, deshalb keine Verlängerung“ ist alles dabei.
Wie denken Österreicher, insbesondere junge Männer, über eine mögliche Verlängerung der Wehrpflicht? Die Meinungen gehen auseinander.exxpress
Eine von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) eingesetzte Wehrdienstkommission debattiert derzeit, ob der Wehrdienst verlängert werden soll (der exxpress berichtete). Dieser könnte auf acht Monate verlängert werden mit späteren zusätzlichen Übungen, die zwei Monate dauern könnten. Derzeit dauert der Dienst an der Waffe sechs Monate.
Ein weiteres Modell, das zur Debatte steht: Es bleibt bei sechs Monaten, neu dazu kommt eine mehrwöchige beziehungsweise mehrmonatige Übungspflicht. Am Dienstag wird die Kommission ihre Ergebnisse der Bundesregierung präsentieren.
Umfrage ergibt: 64 Prozent gegen Verlängerung
Eine tatsächliche Verlängerung könnte bedeuten, dass auch der Zivildienst verlängert wird. Dieser dauert derzeit neun Monate. Eine von exxpress in Auftrag gegebene Umfrage ergibt, dass 64 Prozent gegen eine Verlängerung des Wehrdienstes sind. 23 Prozent finden die Idee „sinnvoll“, 13 Prozent haben dazu keine Meinung.
Der exxpress hat sich unter den Leuten umgehört. Herausgekommen ist ein differenziertes Stimmungsbild.
„Wieso denn nicht? Es ist gut, wenn man etwas für das Land macht. Und manche wissen eh nicht, was sie in der Zwischenzeit machen sollen. Deshalb finde ich es nicht so schlecht“, sagt ein junger Mann.
Ein anderer findet es gut, wenn der Zivildienst verlängert werden würde: „Ich habe auch einen Zivildienst gemacht bei der Rettung und mir hat es Spaß gemacht. Ich fände es schön, wenn mehr den Zivildienst machen würden“.
„Es schreien alle nach Gleichberechtigung, also bitte auch die Mädchen“
Eine Frau findet, dass auch junge Frauen zum Dienst an der Waffe verpflichtet werden sollte. „Ich habe eine Tochter, aber ich fände es auch richtig für Mädchen. Es schreien alle nach Gleichberechtigung, also bitte auch die Mädchen“, sagt sie.
Mit diesen Gedanken ist die Frau nicht allein: Die Wehrdienstkommission denkt nämlich auch über langfristige „Entwicklungsszenarien“ nach. Da wurden zwei Modelle vorgeschlagen, die eine Wehrpflicht für Frauen vorsehen.
„Es kommt auf die Qualität der Ausbildung an“
Eine andere Passantin nennt einen weiteren Punkt, der zu bedenken wäre: „Es kommt nicht auf die Länge an, sondern auf die Qualität der Ausbildung. Ich kann in sechs Monaten eine super Ausbildung bekommen, ich kann ein Jahr keine gute Ausbildung haben“.
Für eine ältere Frau spielt die Neutralität Österreichs eine Rolle. „Was wollen wir kleines Österreich? Wir sind neutral“, sagt sie. Aus diesem Grund ist sie gegen eine Verlängerung der Wehrpflicht.
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