Auf X (vormals Twitter) sorgt ein Vorstoß aus Washington für Diskussionen: US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. stellt den bisherigen Umgang mit Handy- und 5G-Strahlung offen infrage und kündigt eine neue staatliche Untersuchung an.

„Große Gesundheitsbedrohung“

US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. spricht ungewöhnlich offen über seine Sorgen. In einem Interview mit US Today erklärte er, elektromagnetische Strahlung sei „allgemein gesprochen eine große Gesundheitsbedrohung“. Besonders 5G-Sendemasten bereiteten ihm große Sorgen.

Kennedy betont, es gehe nicht um Panikmache, sondern um Vorsorge. Ziel der neuen Studie sei es, Wissenslücken zu schließen – gerade bei neuen Technologien, deren langfristige Auswirkungen noch nicht abschließend geklärt seien.

Neue Studie – alte Entwarnung verschwindet

Zeitgleich mit der Ankündigung der Untersuchung entfernte die US-Arzneimittelbehörde FDA mehrere ältere Internetseiten, auf denen Handys als ungefährlich bezeichnet wurden. Laut dem Gesundheitsministerium basierten diese Aussagen auf veralteten Annahmen. Offiziell heißt es, man wolle keine Vorfestlegung treffen, sondern den aktuellen Stand der Forschung neu bewerten. Neue belastbare Beweise für eine Gesundheitsgefahr wurden bisher jedoch nicht präsentiert.

Kennedy beruft sich auf tausende Studien

Kennedy verweist auf eine große Zahl wissenschaftlicher Arbeiten, die gesundheitliche Schäden durch elektromagnetische Felder nahelegen würden. Entscheidend seien dabei Wellenlängen und Pulsfrequenzen – einige davon könnten laut Kennedy besonders problematisch sein. Diese Haltung vertritt er seit Jahren. Bereits vor seinem Amtsantritt kritisierte er als Aktivist die bestehenden Grenzwerte und den Einfluss der Telekomindustrie auf Behörden.

WHO widerspricht dem Alarmismus

Internationale Gesundheitsorganisationen sehen die Lage deutlich entspannter. Die Weltgesundheitsorganisation kam 2024 nach Auswertung zahlreicher Studien zu dem Schluss, dass kein Zusammenhang zwischen Handynutzung und Hirntumoren nachweisbar sei. Zwar wird Funkstrahlung seit Jahren als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft, ein klarer ursächlicher Beweis fehlt jedoch weiterhin.

Politischer Kurswechsel mit Signalwirkung

Unabhängig vom wissenschaftlichen Streit markiert Kennedys Vorstoß einen politischen Richtungswechsel. Wo US-Behörden bisher Entwarnung gaben, setzt die neue Führung auf Vorsicht und Neubewertung. Ob daraus strengere Regeln für Handys oder 5G folgen, bleibt offen.