Am Ende des Tages könnte eine Volksbefragung „die geeignete Form sein“, um „die Menschen einzubinden und rasch zu einer Entscheidung zu kommen“, so Stocker. Doch zunächst müsse geklärt werden, wie die anderen Parteien dazu stehen. Vor allem, weil die Frage des Wehrdienstes eng mit dem Zivildienst verknüpft ist – und dafür eine Zweidrittelmehrheit im Parlament nötig wäre, berichtet Der Standard.

Stocker wirbt klar für die Befragung, stellt aber auch klar: „Wenn ich keine Mehrheit in der Regierung finde, dann kommt sie nicht.“ Er halte es jedoch für falsch, die Idee vorschnell abzulehnen. Angesichts der veränderten sicherheitspolitischen Lage müsse Österreich seine Verteidigung ernster nehmen. Ziel sei es, zu den „Gewinnern“ der neuen Weltordnung zu zählen.

Zwei Modelle zur Auswahl - kein Status quo mehr

Eine Volksbefragung müsse nicht bremsen, argumentiert der Kanzler. Im Gegenteil: Gerade bei Verfassungsänderungen könne der parlamentarische Prozess Jahre dauern – Zeit, die man nicht habe. Eine Abstimmung im Herbst könnte sogar beschleunigend wirken und ein klares Signal ans Parlament senden. Eine Umsetzung wäre laut Stocker bereits mit 1. Jänner des kommenden Jahres möglich.

Zur Wahl stehen sollen zwei Modelle der Wehrdienstkommission – nicht jedoch der Status quo. Damit erübrigt sich auch die Frage, ob allgemein zu einer Verlängerung des Wehrdienstes befragt wird. Stattdessen hätten die Bürger lediglich die Möglichkeit mitzuentscheiden, welche Art der Verlängerung kommen würde. Stocker selbst favorisiert das „8+2“-Modell: Acht Monate Grundwehrdienst plus zwei Monate verpflichtende Milizübungen.