Von der Leyen sagt Syriens Präsident EU-Unterstützung zu
Die EU werde “alles in ihrer Macht stehende tun”, um Syrien beim Wiederaufbau zu helfen, erklärte Ursula von der Leyen im Onlinedienst X nach einem Gespräch mit Präsident Ahmed al-Sharaa am Freitag in Damaskus.
In Damascus today with @eucopresident.
— Ursula von der Leyen (@vonderleyen) January 9, 2026
After decades of fear and silence, Syrians began a long journey toward hope and renewal.
Europe will do everything it can to support Syria’s recovery and reconstruction. pic.twitter.com/Bno3hAZzuM
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat bei ihrem ersten Treffen mit der syrischen Übergangsregierung in Damaskus die Unterstützung der Europäischen Union für Syrien zugesichert.
In einer Erklärung der syrischen Präsidentschaft hieß es, beide Seiten hätten über Zusammenarbeit, Wiederaufbau, sowie “humanitäre Angelegenheiten und die Flüchtlingsfrage in Europa” gesprochen. Die EU ist ein wichtiger Geldgeber für Damaskus und hat die während des Bürgerkrieges verhängten Sanktionen gegen Syrien aufgehoben.
Die Visite von der Leyens gemeinsam mit EU-Ratspräsident António Costa erfolgte kurz nachdem sich in der nordsyrischen Großstadt Aleppo Soldaten der islamistischen Übergangsregierung und kurdische Kämpfer tagelang Gefechte geliefert haben.
Neue Gewalt in Syrien
Seit Dienstag kämpfen in Aleppo syrische Regierungstruppen und mit ihnen verbündete Milizen gegen die kurdisch angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) und deren kurdische Polizei- und Sicherheitskräfte, die Asayish. Beide Seiten werfen sich gegenseitig vor, die Angriffe gestartet zu haben. Während die Übergangsregierung von “gezielten Operationen” spricht, beschuldigen die SDF die Regierungstruppen der “Einschüchterung der Zivilbevölkerung” und der “Zwangsvertreibungen”. Seit dem Sturz von Assad kam es bereits mehrfach zu Kämpfen zwischen den SDF und Regierungstruppen.
Aleppo steht unter der Kontrolle der Übergangsregierung. Unter Beschuss stehen nun vor allem die beiden kurdischen Stadtviertel Achrafieh und Sheikh Maqsood. Nach einer kurzzeitigen Waffenruhe bleibt die Lage angespannt. Bewaffnete Gruppen sollten während der Feuerpause in Bussen in die nördlichen Kurdengebiete in Syrien gebracht werden.
Aus kurdischen Kreisen hieß es, es habe keine Entscheidung zum Abzug gegeben. Stattdessen beschuldigten die Kurden die Übergangsregierung, gleiche Taktiken wie die gestürzte Assad-Regierung zu verwenden. “Belagerung, Beschuss und Vertreibung”, sagte eine kurdische Quelle der Deutschen Presse-Agentur.
Nach UNO-Angaben wurden durch die neu aufgeflammten Gefechte bisher rund 30.000 Menschen vertrieben. Die staatliche Nachrichtenagentur SANA meldete bereits 140.000 Vertriebene. Nach Angaben beider Seiten kam es bereits zu Toten.
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