Der Chancenbonus soll Abhilfe schaffen – doch während in Bundesländern wie Vorarlberg nur wenige Schulen profitieren, konzentriert sich ein Großteil der Mittel auf andere Regionen.

Bundesweite Initiative mit klarer Zielsetzung

Österreichweit ist vorgesehen, rund 400 Schulen mit erhöhtem Förderbedarf personell zu stärken. Dafür stellt das Bildungsministerium 800 zusätzliche Planstellen zur Verfügung, die ab Herbst eingesetzt werden sollen.

Ein vergleichsweise geringer Teil dieser Ressourcen fließt nach Vorarlberg: Elf Schulstandorte werden in das Programm aufgenommen. Dabei handelt es sich um fünf Mittelschulen und sechs Volksschulen, die sich auf mehrere Gemeinden verteilen.

Die zusätzlichen Mittel kommen gezielt ausgewählten Standorten zugute. In Bregenz erhalten die Volksschulen Augasse, Rieden und Schendlingen Unterstützung. In Lustenau profitieren die Mittelschulen Maria-Theresien-Straße sowie Rheindorf in der Rotkreuzstraße.

Auch in anderen Regionen werden Schulen berücksichtigt: In Frastanz wird die Mittelschule Einliserfeldweg gestärkt, in Feldkirch die Mittelschule Mutterstraße sowie die Volksschule Levis in der Fidelisstraße. In Bludenz erhalten die Mittelschule Schillerstraße sowie die Volksschulen Bludenz-Mitte (St. Peter Straße 1) und St. Peter Straße 45 zusätzliche Ressourcen.

Kritik an der Verteilung der Förderung

Trotz der zusätzlichen Mittel bleibt die Diskussion über die Verteilung der Ressourcen bestehen. Insbesondere die starke Konzentration auf die Bundeshauptstadt wird kritisch gesehen. 57 % der geförderten Standorte liegen in Wien, während andere Bundesländer, wie eben auch Vorarlberg, deutlich geringere Anteile erhalten.

Die Lehrergewerkschafterin Alexandra Loser erklärte dazu gegenüber dem ORF: „Es ist super dass es den Chancenbonus gibt, es ist ein erster Schritt. Aber wir müssen dran bleiben, dass es mehr gibt.“ Zugleich betonte sie die Notwendigkeit einer ausgewogenen Verteilung: „Es wird jetzt viel Geld in die Hand genommen, aber es müssen auch die Bundesländer gut bedacht werden und nicht nur Wien.“

Dabei stellte sie klar, dass die Herausforderungen in der Hauptstadt besonders groß seien: „Ich will nicht, dass man Wien etwas wegnimmt. Dort gibt es natürlich ganz andere Herausforderungen auch mit den vielen Flüchtlingen aus der Ukraine, das ist eine andere Hausnummer.“ Gleichzeitig plädierte sie für eine Ausweitung des Programms: „Aber ich würde sagen, man soll den Chancenbonus insgesamt erhöhen, sodass auch die anderen Bundesländer dementsprechend gut ausgestattet werden können.“

Kriterien für die Mittelvergabe

Die Auswahl der geförderten Schulen basiert auf der sogenannten sozioökonomischen Lage (SÖL). In diese Bewertung fließen verschiedene Faktoren ein, darunter Migrationshintergrund, Alltagssprache sowie Bildung, Einkommen und Erwerbssituation der Eltern.

In Vorarlberg befinden sich rund 24 % der Schulen in niedrigeren Kategorien, während der Chancenbonus gezielt denjenigen zugutekommt, die mit den größten Herausforderungen konfrontiert sind. Konkret handelt es sich um knapp fünf Prozent der Standorte.