Iran-Konflikt eskaliert: Ex-Verteidigungsminister Scheibner erklärt Europas Ohnmacht
Der frühere Verteidigungsminister Herbert Scheibner analysiert im exxpress-Interview die Eskalation rund um Iran, USA und Israel. Seine Diagnose ist ernüchternd: Europa sei geopolitisch weitgehend bedeutungslos – mit möglichen Folgen für Sicherheit und Migration.
Der ehemalige Verteidigungsminister Herbert Scheibner sieht Europa im aktuellen Nahost-Konflikt geopolitisch an den Rand gedrängt. Im Interview mit exxpress sagt er deutlich: „Als Europäer muss man leider zur Kenntnis nehmen, dass nicht nur in diesem Konflikt Europa keine Rolle spielt.“
Während die USA und Israel militärisch agieren und regionale Staaten reagieren, komme Europa laut Scheibner meist nur die Rolle des Informierten zu. Eine gemeinsame außenpolitische Linie fehle. „Wenn jemand fragen würde, was ist die Meinung Europas, dann kann man keine einheitliche Antwort finden“, so der Ex-Minister.
Besonders kritisch sieht Scheibner die möglichen Folgen einer weiteren Eskalation. Sollte das iranische Regime kollabieren, drohe ein gefährliches Szenario: Ein instabiler Staat mit großen Waffenbeständen könnte entstehen. Das hätte nicht nur Auswirkungen auf die Region, sondern auch auf Europa.
Gleichzeitig warnt er vor neuen Flüchtlingsbewegungen und möglichen Sicherheitsrisiken. Europa müsse sich stärker in Konfliktlösungen einbringen – sonst drohe erneut, dass geopolitische Entwicklungen letztlich vor allem auf dem europäischen Kontinent spürbar werden.
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