Wehrdienst-Volksbefragung: Neue Umfrage zeigt Österreich tief gespalten
Der Vorstoß von Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP), die Bevölkerung über eine Verlängerung des Wehrdienstes abstimmen zu lassen, sorgt weiter für Diskussionen. Eine neue Umfrage zeigt nun: Die Mehrheit ist knapp – und viele Wählergruppen sind überraschend uneinig.
Mit seinem Plan einer Volksbefragung zur möglichen Verlängerung des Wehrdienstes hat Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) eine neue politische Debatte ausgelöst. Während Militärexperten warnen, dass eine Abstimmung die dringend benötigte Reform des Bundesheeres verzögern könnte, zeigt sich nun auch in der Bevölkerung ein äußerst gespaltenes Bild.
Eine aktuelle Umfrage von Unique Research im Auftrag von Heute zeigt: 48 Prozent der Befragten sprechen sich für eine Volksbefragung aus, 43 Prozent sind dagegen. Damit gibt es zwar eine knappe Mehrheit für den Kanzler-Vorstoß, doch die Unterschiede zwischen den Wählergruppen sind deutlich.
Besonders stark ist der Widerstand bei SPÖ-Anhängern: 56 Prozent lehnen eine Befragung ab. Bei Wählern von ÖVP und NEOS hält sich das Meinungsbild die Waage – jeweils 50 Prozent sind für eine Abstimmung, knapp dahinter folgt der Anteil der Gegner.
Die größten Befürworter finden sich laut Umfrage unter Grün-Wählern: 58 Prozent unterstützen eine Volksbefragung, nur 29 Prozent sind dagegen. Gleichzeitig gibt es in dieser Gruppe mit 13 Prozent den höchsten Anteil Unentschlossener.
Auch bei der FPÖ ist die Meinung gespalten: 46 Prozent dafür, 46 Prozent dagegen.
Unterschiede bei Geschlecht und Alter
Auffällig sind zudem Unterschiede nach Geschlecht und Alter. Frauen wünschen sich häufiger eine Abstimmung (53 Prozent) als Männer (42 Prozent). Besonders deutlich ist die Zustimmung bei den unter 30-Jährigen: 65 Prozent wollen mitentscheiden. Menschen über 60 hingegen bevorzugen mit 55 Prozent eine direkte Umsetzung der Expertenempfehlungen.
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