Nach Weißmann-Rücktritt: Babler wünscht sich Frau als Generaldirektorin
Beim ORF kommt es zu einem überraschenden Führungswechsel: Generaldirektor Roland Weißmann hat am Samstagvormittag mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt erklärt. Nun reagiert auch die Politik.
Seitens der Politik wurde Weißmanns Rücktritt mehrheitlich als nötige Konsequenz begrüßt und Transparenz bei der Nachbesetzung gefordert. Medienminister Andreas Babler (SPÖ) erklärte in einer Reaktion, dass es dem ORF und der Gesellschaft gut täte, “wäre die Nachfolge eine Generaldirektorin”. “Wir müssen als Gesellschaft Sexismus und der strukturellen Benachteiligung von Frauen entschieden entgegenwirken. Das gilt auch und insbesondere für den ORF”, so Babler am Montag in einer Stellungnahme.
Auch die anderen Parteien äußerten sich
ÖVP-Mediensprecher Nico Marchetti gab sich knapp: Man nehme die Entscheidung Weißmanns “zur Kenntnis. Volle Aufklärung und Transparenz sind jetzt das Gebot der Stunde”. NEOS-Mediensprecherin Henrike Brandstötter erklärte, dass nun im Zuge der geplanten ORF-Reform Strukturen geschaffen werden müssten, damit potenzieller Machtmissbrauch nicht möglich sei.
Ähnlich die Mediensprecherin der Grünen, Sigrid Maurer: Der ORF brauche “eine Unternehmenskultur und Strukturen, die Machtmissbrauch verhindern und ein sicheres Arbeitsumfeld schaffen, in dem Respekt und Integrität selbstverständlich sind”. Die FPÖ forderte angesichts des Rücktritts einmal mehr eine “Totalreform” des ORF. Der freiheitliche Mediensprecher Christian Hafenecker meinte, dass der ORF nun die Chance habe “seine selbstgewählte Rolle als zwangssteuerfinanzierter Regierungslautsprecher aufzugeben und sich wieder seinem öffentlich-rechtlichen Auftrag zu widmen”.
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