Weitere ESC-Millionen beschlossen: FPÖ fordert Schutz für jüdische Teilnehmer
Rund um den Eurovision Song Contest plant Wien ein Millionen-Rahmenprogramm. Nach antisemitischen Vorfällen bei vergangenen ESCs wächst der Druck für ein Schutzkonzept.
Der Eurovision Song Contest 2026 wird in Wien stattfinden – soweit nichts neues. Neben der eigentlichen Musikshow plant die Stadt ein umfangreiches Rahmenprogramm. Der Wiener Gemeinderat gab dafür im September 2025 zusätzliche sechs Millionen Euro für sogenannte ESC-Sideevents frei. Abgewickelt werden die Veranstaltungen über die stadteigene Stadt Wien Marketing GmbH. Kritik kommt vor allem aus der Opposition.
Millionenbudget für Events und Marketing
Die sechs Millionen Euro sind Teil eines deutlich größeren Eventbudgets der Stadt Wien. Bereits 2022 beschloss der Wiener Gemeinderat einen Sachkredit für Veranstaltungen, Imagekampagnen und die „Belebung öffentlicher Räume“ für den Zeitraum 2023 bis 2030.
Das ursprüngliche Budget lag bei 63,44 Millionen Euro. Die Umsetzung erfolgt über die Stadt Wien Marketing GmbH, eine Gesellschaft im Eigentum der Stadt, die regelmäßig große Veranstaltungen, internationale Events und Marketingkampagnen organisiert.
Nun wird dieser Kredit erneut erhöht. Durch zusätzliche Mittel steigt das Gesamtvolumen laut Magistratsunterlagen auf 69,73 Millionen Euro. Ein wesentlicher Teil dieser Aufstockung betrifft den Eurovision Song Contest: Für sogenannte Host-City-Leistungen und Sideevents rund um den ESC ist ein eigenes Projektbudget von sechs Millionen Eurovorgesehen.
Darunter fallen etwa Begleitveranstaltungen, Marketingaktionen und Events im gesamten Stadtgebiet, die den Song Contest begleiten sollen.
FPÖ dagegen
Kritik kam im Gemeinderat von der FPÖ. Während alle anderen Fraktionen dem Antrag zustimmten, votierte die FPÖ gegen die zusätzlichen Millionen für das ESC-Rahmenprogramm.
FPÖ-Gemeinderat Udo Guggenbichler argumentierte, die Stadt müsse angesichts steigender Gebühren und finanzieller Belastungen für viele Bürger sparsamer wirtschaften. „In Zeiten, wo die Tarife erhöht werden und es vielen Menschen finanziell schlecht geht, können wir uns solche Ausgaben nicht leisten.“
FPÖ fordert Schutzkonzept gegen antisemitische Vorfälle
Neben der Kritik an den Kosten brachte die FPÖ im Gemeinderat auch einen eigenen Antrag ein. Darin fordert die Fraktion ein umfassendes Präventionskonzept gegen antisemitische Ausschreitungen rund um den Eurovision Song Contest 2026 in Wien.
Hintergrund sind Vorfälle bei vergangenen Song Contests, bei denen es immer wieder zu Protesten und Anfeindungen gegen israelische Teilnehmer gekommen war – exxpress berichtete.
FPÖ-Gemeinderat Udo Guggenbichler fordert daher ein klares Sicherheitskonzept der Stadt. „Der Bürgermeister ist gefordert, ein entsprechendes Konzept zu entwickeln. Es kann nicht sein, dass es während des Eurovision Song Contests in Wien zu antisemitischen Vorfällen kommt. Die Stadt ist daher aufgefordert, rechtzeitig ein Schutzkonzept zu erarbeiten“, sagt Guggenbichler gegenüber dem exxpress.
Im Antrag fordert die FPÖ, dass Veranstalter, Sicherheitsdienste und Behörden frühzeitig eingebunden sowie entsprechend geschult werden, um antisemitische Ausschreitungen im Umfeld des Song Contests zu verhindern.
Kommentare