Welt ohne Atom-Deckel: Russland und USA vor historischem Bruch
Russland stellt sich auf eine Welt ohne nukleare Fesseln ein. Wie Moskau erklärt, sei man auf das Auslaufen des letzten großen Atomwaffen-Kontrollvertrags New Start vorbereitet. Der stellvertretende Außenminister Sergej Rjabkow sprach laut Nachrichtenagentur Tass von einer „neuen Realität“ – einer Welt ohne verbindliche Grenzen für strategische Atomarsenale.
Kommt es nicht doch noch zu einer Einigung in letzter Minute zwischen Washington und Moskau, läuft der Vertrag bereits am Donnerstag aus. Damit stünde die internationale Rüstungskontrolle vor einem historischen Bruch – und die Sorge vor einem neuen atomaren Wettrüsten wächst.
Auf russische Vorschläge zur Verlängerung der Obergrenzen habe die US-Regierung nicht reagiert. “Das Fehlen einer Antwort ist auch eine Antwort”, sagte Rjabkow bei einem Besuch in Peking.
Zugleich betonte der Diplomat, Russland werde sich nicht auf ein neues Wettrüsten einlassen oder “Provokationen” beugen. Die Modernisierung der russischen nuklearen Triade sei jedoch bereits sehr weit fortgeschritten, meldete die Agentur RIA. Damit sind atomare Raketen gemeint, die vom Boden, von U-Booten oder Flugzeugen aus gestartet werden können.
USA will China miteinbeziehen
Mit dem Ende von New Start gäbe es erstmals seit Jahrzehnten keine Obergrenzen mehr für die Arsenale der beiden größten Atommächte der Welt. Der Vertrag war 2010 von den damaligen Präsidenten Barack Obama und Dmitri Medwedew unterzeichnet worden.
Trump hat wiederholt betont, er wolle ein neues Vertragswerk unter Einbeziehung Chinas. Die Regierung in Peking lehnt dies ab. Rjabkow sagte, in Fragen der Rüstungskontrolle unterstütze Russland die Position Chinas.
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