Wie die WHO von totalitärem Gedankengut unterwandert wurde
Die Weltgesundheitsorganisation treibt mit dem Segen der Bundesregierung neue Machtinstrumente voran – während ihr Chef aus einem autoritären System stammt, ihre Finanzierung von privaten Interessen abhängt und der Bundestag die Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV) nahezu geräuschlos durchwinkt.
Im Mai letzten Jahres brach der einstige Pandemie-Gesundheitsminister Karl Lauterbach auf X in Jubel aus:
„Nach Jahren der Verhandlung wird das @WHO Pandemic Agreement in Genf verabschiedet. Ein riesiger Erfolg @DrTedros, auch Deutschland hat den Vertrag immer aktiv unterstützt. Bei der nächsten Pandemie, die zu 100 % kommt, wird sich der Wert des Abkommens zeigen. Das Gute hat gesiegt.“
Das Gute? Dass Lauterbach mit Tedros Adhanom Ghebreyesus so gut kann, verwundert nicht: Er verkörpert denselben technokratischen Geist. Um den Charakter der heutigen WHO zu verstehen, lohnt es sich, den Werdegang ihres Chefs nachzuzeichnen.
In einem stalinistisch geprägten Entwicklungsland sozialisiert
Der Chef der WHO begann seinen politischen Aufstieg in Äthiopien innerhalb der Machtstrukturen der Ethiopian People’s Revolutionary Democratic Front (EPRDF), die das Land von 1991 bis 2019 regierte. Dominant war dabei über Jahrzehnte die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF), die in internationalen Datenbanken wie der Global Terrorism Database als Terrororganisation geführt wird.
Bewaffnete Mitglieder der „Revolutionären Demokratischen Front des Äthiopischen Volkes“ (EPRDF) fahren im Mai 1991 auf erbeuteten Panzern durch die Straßen der Hauptstadt Addis Abeba.
Nach einer Ausbildung in Biologie, Immunologie und Public Health wurde Tedros 2005 Gesundheitsminister. In dieser Funktion profilierte er sich international als effizienter Umsetzer globaler Gesundheitsprogramme – mit Fokus auf Basisversorgung, Datenerfassung und enger Kooperation mit internationalen Organisationen. Bereits hier entstand sein Ruf als fachlich anerkannter, politisch loyaler Akteur innerhalb bestehender Machtstrukturen.
Das politische System, in dem Tedros sozialisiert und groß wurde, war kein reformorientierter Entwicklungsstaat, sondern ideologisch tief im marxistisch-leninistischen Denken verankert. Die EPRDF orientierte sich explizit am Prinzip des „demokratischen Zentralismus“, einem klassischen Organisationsmodell stalinistischer Systeme.
Zwar garantierte die äthiopische Verfassung umfangreiche Grund- und Menschenrechte, doch blieben diese weitgehend Fiktion. Politische und bürgerliche Rechte existierten auf dem Papier, nicht im Alltag; Meinungs- und Pressefreiheit waren massiv eingeschränkt, die Opposition wurde durch Sicherheitsgesetze systematisch kontrolliert, inhaftiert oder ausgeschaltet.
Der Ausnahmezustand als Herrschaftsinstrument
Protestbewegungen wurden unter der EPRDF regelmäßig gewaltsam niedergeschlagen, besonders in den Regionen Oromia und Amhara. In der Somali-Region (Ogaden) herrschte über Jahre ein faktischer Dauer-Ausnahmezustand, begleitet von schweren Menschenrechtsverletzungen durch Militär und paramilitärische Liyu-Milizen – weitgehend abgeschirmt von internationaler Öffentlichkeit.
Der Ausnahmezustand war also kein Sonderfall, sondern ein geläufiges Herrschaftsinstrument. Gefängnisse waren von menschenunwürdigen Bedingungen geprägt, politische Gefangene gehörten zur Normalität. Eine genuine Demokratisierung blieb aus; Rechtsstaatlichkeit wurde durch ein dichtes Netz aus Sicherheits- und Ausnahmegesetzen ausgehöhlt.
Dies ist der Staat, in dem Tedros die Karriereleiter hinaufkletterte.
Seine Wahl zum Generaldirektor der WHO im Jahr 2017 erfolgte mit offener Unterstützung durch China. Während der Corona-Pandemie geriet Tedros Adhanom Ghebreyesus in die Kritik, weil er Chinas Umgang mit dem Ausbruch öffentlich lobte und sich – im Bemühen um internationale Kooperation – einer scharfen öffentlichen Konfrontation mit Peking enthielt, obwohl internationale Beobachter und Medien mangelnde Transparenz und gezielte Informationsbehinderungen dokumentierten.
Auch wenn man die autoritäre Corona-Politik, wie sie in nahezu allen Ländern der Welt durchgesetzt wurde, nicht allein ihm zuschreiben kann, sondern sie auch den bürgerlichen Gesellschaften selbst anzulasten ist, bleibt ein Befund kaum von der Hand zu weisen: Maßgeblich mitgeprägt und legitimiert wurde sie durch einen äthiopischen Funktionär, der den chinesischen Weg (Stichwort: Wuhan-Lockdown) ausdrücklich guthieß und politisch durchwinkte. In beiden Ländern besitzen bürgerliche Freiheitsrechte nur einen geringen Stellenwert.
Ausnahmezustand, Lockdowns, Unterdrückung von Protestbewegungen – was aus Ländern wie Äthiopien und China bekannt war, prägte die globale Corona-Politik entscheidend.
Zu 80 Prozent von tendenziell pharmanahen Spendern abhängig
Auch mächtige Profitinteressen prägen die WHO. Zurzeit ist sie zu über 80 Prozent von Spenden abhängig, deren überwiegender Teil – rund 64 Prozent – mit vertraglich festgelegten, nicht öffentlich gemachten Zweckbindungen versehen ist, wie KRiStA, das Netzwerk Kritische Richter und Staatsanwälte n.e.V., betont. Diese Gelder stammen von Pharmaunternehmen oder von Organisationen, die nachweislich eng mit der Pharmaindustrie und deren Interessen verbunden sind.
„Allein daraus“, so das Netzwerk Kritische Richter und Staatsanwälte n.e.V., „ergibt sich die Gefahr einer Fremdsteuerung der WHO durch private, pharma-affine Interessenvertreter – und damit das Risiko, dass Gesundheitsinteressen Profitinteressen zum Opfer fallen.“
Dann werden die Juristen konkret:
„Hinzu kommt, dass die WHO durch die Annahme zweckgebundener Spenden nicht nur gegen ihre eigene Verfassung verstößt, sondern sich endgültig der Fremdbeeinflussung oder gar Fremdsteuerung durch pharma-affine Einrichtungen ausliefert – insbesondere durch Akteure wie die Gates-Stiftung, die einen Spitzenplatz in der Einflusshierarchie der WHO-Geldgeber einnimmt. Die Objektivität, Unabhängigkeit und Sachbezogenheit des Handelns der WHO im Sinne ihrer eigentlichen Zielsetzung, dem Schutz der Gesundheit der Weltbevölkerung, ist damit in keiner Weise mehr gewährleistet.“
Überrascht es vor diesem Hintergrund, wie in der globalen Corona-Politik finanzstarke Interessen mit einem schweren Autoritarismus fusionierte? Was wir weltweit und besonders ausgeprägt auch in Deutschland zwischen 2020 und 2023 erlebt haben, war eine Synthese aus der Durchsetzung pharmazeutischer Finanzinteressen und einer Politik, die top down, exekutiv und unter Aussetzung bürgerlicher Freiheitsrechte durchgesetzt wurde.
Die „nächste Pandemie“?
Am 6. November 2025 hat der Deutsche Bundestag das Gesetz zur Änderung der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV) verabschiedet. Die Bundesregierung begründete dies mit dem Ziel, „schneller und effizienter auf Pandemien und andere Gefahren für die öffentliche Gesundheit reagieren“ zu können.
Die Kritik an den neuen Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV) zielt vor allem auf ihre demokratische Schieflage. Die Änderungen erlauben es der WHO, weitreichende Vorgaben zu Pandemien, „pandemischen Notlagen“, Risikokommunikation und dem Umgang mit angeblicher Desinformation zu setzen, die für die Vertragsstaaten völkerrechtlich bindend werden – automatisch und unter stark verkürzten Fristen. Nationale Parlamente sind dabei nicht mehr zentraler Entscheidungsort, sondern sie werden nur noch nachgeordnet eingebunden.
Die „nächste Pandemie“, sagt Lauterbach, komme mit Sicherheit. Spätestens dann wird sich zeigen, ob die knallharten Maßnahmen aus der Corona-Zeit dank Unterordnung unter die WHO künftig noch reibungsloser durchgesetzt werden können – oder ob Deutschland genug Widerstandskräfte ausgebildet hat, um selbst dieser Weichenstellung der Macht substanzvoll etwas entgegensetzen zu können.
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