Wie lange halten die NEOS in der Regierung noch durch?
Erneut eskaliert die Lage innerhalb der NEOS: Die Kritik von Nikolaus Scherak an Sepp Schellhorn, ausgelöst durch dessen Aussagen in der „Pressestunde“, macht deutlich, wie tief die Gräben innerhalb der Partei inzwischen sind.
Die NEOS kommen nicht zur Ruhe – im Gegenteil: Der interne Streit spitzt sich immer weiter zu und wird zunehmend offen ausgetragen. Auslöser der jüngsten Eskalation waren Aussagen von Sepp Schellhorn in der ORF-„Pressestunde“, die innerhalb der eigenen Partei für massiven Unmut sorgten.
Besonders brisant: Kritik kam nicht von außen, sondern aus den eigenen Reihen. NEOS-Abgeordneter Nikolaus Scherak ging öffentlich auf Distanz und ließ mit scharfen Worten aufhorchen. Der Vorwurf: Schellhorn weiche zentrale Parteilinien auf. Dass dieser Konflikt nicht intern geklärt wurde, sondern über soziale Medien eskalierte, zeigt, wie tief die Gräben inzwischen sind.
Generalsekretär versuchte Wogen zu glätten
Generalsekretär Douglas Hoyos sah sich zuletzt sogar zu einer Aussendung gezwungen, um die Wogen zu glätten – ein ungewöhnlicher Schritt, der die angespannte Lage deutlich macht. Hinter den Kulissen sprechen Insider längst von einem „pinken Knittelfeld“. Auch an der Basis wächst die Nervosität spürbar.
Doch damit nicht genug: Mit Veit Dengler stellte ein NEOS-Mandatar sogar die Parteiführung indirekt infrage. In einem Podcast erklärte er, dass er sich gegen den Eintritt in die Dreierkoalition entschieden hätte: „Ich hätte es nicht gemacht.“ Gleichzeitig räumt er ein, dass der Schritt „nachvollziehbar“ gewesen sei – ein Spagat, der die innere Zerrissenheit der Partei widerspiegelt.
Darüber hinaus fällt Denglers Kritik noch grundsätzlicher aus: Er spricht von einem „machtlosen Parlament“, kritisiert fehlenden Reformwillen und warnt vor einem politischen Stillstand, der letztlich anderen Kräften in die Hände spielen könnte. Auch der geringe Einfluss der NEOS als kleinster Koalitionspartner wird offen thematisiert.
Droht ein FDP-Schicksal?
Für die NEOS wird die Regierungsarbeit damit zunehmend zur Zerreißprobe. Große Reformen bleiben aus, die eigene Handschrift verblasst – und intern wächst der Druck. Droht den NEOS damit ein ähnliches Schicksal wie der FDP in Deutschland? Nach ihrer Beteiligung an der Ampelkoalition flog sie trotz vorzeitigem Koalitionsende aus dem Bundestag – und hat sich bis heute nicht davon erholt.
Die entscheidende Frage bleibt: Wie lange hält diese Partei dem wachsenden inneren Druck noch stand?
Kommentare