Wiener Drogen-Hotspot eskaliert: Kommt jetzt das Alkoholverbot?
Seit Monaten sorgt die Situation rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße für Diskussionen. Anrainer klagen über Ausschreitungen, die Politik sucht nach Lösungen. Nun wird der Ton rauer: Erstmals steht auch ein Alkoholverbot ernsthaft zur Debatte.
Im Bezirk Mariahilf wurde die Stadt Wien offiziell dazu aufgefordert, ein Alkoholverbot im Umfeld der U-Bahn-Station Gumpendorfer Straße zu prüfen. Hintergrund sind anhaltende Ausschreitungen im Bereich rund um die Suchthilfe-Einrichtung.
Bezirksvorsteherin Julia Lessacher (SPÖ) betont, dass sämtliche Optionen auf den Tisch gelegt werden sollen. Grundlage dafür ist ein bereits im vergangenen Spätherbst abgehaltener runder Tisch, an dem Vertreter von Polizei, Stadt sowie Sucht- und Drogenkoordination beteiligt waren. „Wir wissen ja nicht, welche Maßnahmen tatsächlich in dieser Expertenrunde ausgearbeitet werden, aber wir sind bereit, jede Maßnahme zu diskutieren, die uns empfohlen wird“, erklärte Lessacher.
Politische Annäherung bei heiklem Thema
In der jüngsten Bezirksvertretungssitzung brachte die ÖVP mehrere Anträge ein. Darunter befand sich auch die Forderung, ein Alkoholverbot zu prüfen – ein Antrag, der mehrheitlich angenommen wurde, inklusive Stimmen der SPÖ.
ÖVP-Bezirksparteiobmann Gerhard Hammerer sieht darin ein klares Signal: „Damit spricht sich der Bezirk klar für zusätzliche Schritte zur Verbesserung der Situation aus.“ Gleichzeitig fordert er einen konkreten Zeitplan für die Umsetzung möglicher Maßnahmen.
Stadt prüft – Entscheidung noch offen
Die entsprechenden Beschlüsse werden nun von den zuständigen Stellen der Stadt weiter bearbeitet. Bereits in der Vergangenheit wurde ein Alkoholverbot jedoch abgelehnt. Die damalige Linie der Stadtregierung setzte auf weniger einschneidende Maßnahmen.
Erfahrungen aus anderen Bezirken
Dass Alkoholverbotszonen Wirkung zeigen können, wird mit Blick auf andere Bezirke deutlich. Rund um den Bahnhof Floridsdorf, auf dem Franz-Jonas-Platz, gilt bereits seit 7. Februar 2025 eine entsprechende Regelung.
Nach Angaben von Polizei und Bezirk habe sich die Situation dort deutlich verbessert. Beschwerden seien stark zurückgegangen, strafbare Handlungen kaum noch festzustellen. Auch das subjektive Sicherheitsgefühl habe sich spürbar erhöht.
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