Wirbel um NEOS-Postenschacher: Um diesen Top-Job geht es
Die FPÖ ortet einen handfesten Postenschacher und kündigt eine parlamentarische Anfrage an. Im Zentrum der Kritik: die Bestellung von Feri Thierry zum Leiter der Stabsstelle Strategie und Planung.
Thierry ist kein Unbekannter in der Parteipolitik. Er war Bundesgeschäftsführer der NEOS und Generalsekretär des Forum Alpbach. Laut seinem Xing-Profil trat er die neue Funktion im Außenministerium im Jänner 2026 an.
„Postenschacher für pinke Parteigünstlinge“
FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz spart nicht mit scharfen Worten. Er spricht von „Postenschacher für pinke Parteigünstlinge“ und bezeichnet die Personalentscheidung als nächsten „unfassbaren Skandal“.
Wörtlich kritisiert er „das Hieven des ehemaligen NEOS-Bundesgeschäftsführers Thierry auf einen 12.000-Euro-Posten in ihrem Ressort“.
Der Vorwurf: Parteifreunde würden versorgt – auf Kosten der Steuerzahler.
Offene Fragen zur Bestellung
Schnedlitz kündigt eine parlamentarische Anfrage an. Mehrere Punkte seien zu klären:
-Wurde die Position ausgeschrieben?
-Gab es mehrere Bewerber?
-Wer war für die Auswahl verantwortlich?
„Etwa, ob diese Position ausgeschrieben wurde und wenn ja, ob es mehrere Bewerber gab und wer schließlich für die Auswahl Thierrys verantwortlich war“, so der FPÖ-Generalsekretär.
Er verlangt von Außenministerin Beate Meinl-Reisinger „volle Aufklärung“ rund um die Personalie.
Sparen? Oder neuen Posten streichen?
Brisant ist auch der finanzielle Aspekt. Schnedlitz verweist auf die angespannte Budgetlage und bringt einen Alternativvorschlag ins Spiel.
Es wäre möglich gewesen, „diesen erst 2013 vom damaligen ÖVP-Außenminister Kurz geschaffenen Posten ganz zu streichen oder ihn zumindest kostensparend mit einem qualifizierten Beamten des Außenamts zu besetzen“, so der FPÖ-General.
Damit stellt er nicht nur die Person, sondern auch die Notwendigkeit der Funktion grundsätzlich infrage.
Kritik an Qualifikation
Besonders scharf fällt die Kritik an Thierrys beruflichem Hintergrund aus. Schnedlitz argumentiert, der neue Stabsstellenleiter habe „abseits seiner Tätigkeit beim ‚Globalisten-Mekka‘ in Alpbach auf den ersten Blick eigentlich kaum Berührungspunkte zur Außenpolitik oder zum diplomatischen Dienst“.
Ein Vorwurf, der mitten ins Herz des Ressorts zielt – denn die Stabsstelle Strategie und Planung ist zentral für außenpolitische Ausrichtung und langfristige Positionierung Österreichs.
Zweite Personalie sorgt für zusätzlichen Zündstoff
Die Causa Thierry ist nicht der einzige Punkt, den die FPÖ thematisiert. In seiner Aussendung schreibt Schnedlitz auch, „dass Meinl-Reisinger unlängst ihren Kabinettschef auf den Botschafterposten in Tel Aviv gehievt“ habe.
Tatsächlich ernannte Meinl-Reisinger im Dezember 2025 ihren damaligen Kabinettschef Arad Benkö zum Botschafter in Tel Aviv.
Für die Freiheitlichen fügt sich damit ein Muster zusammen: Parteinahe Personen würden in Schlüsselpositionen gebracht.
Politischer Schlagabtausch vorprogrammiert
Die Wortwahl der FPÖ zeigt, wie aufgeladen das Thema ist. Von „Top-Job für NEOS-Günstling“ ist die Rede, von einem weiteren „Postenschacher-Skandal Meinl-Reisingers“.
Die NEOS und das Außenministerium selbst kommen im vorliegenden Material nicht zu Wort. Eine Stellungnahme zur Kritik liegt hier nicht vor.
Fest steht: Mit der angekündigten parlamentarischen Anfrage wird die Debatte in den Nationalrat getragen. Dort wird sich zeigen, ob die Bestellung formal korrekt ablief – oder ob die Opposition weiteren politischen Sprengstoff findet.
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