Zum 6. Jahrestag Corona: Ex-Gesundheitsminister beharrt auf Lockdowns
Der Grüne Rudi Anschober blickt im Videopodcast der Krone mit Medienexperte Gerald Fleischmann zum 6. Jahrestag des Corona-Lockdowns auf seine Zeit als Gesundheitsminister während der Pandemie zurück. Er spricht darüber, was sein größter Fehler war, über Trump und Wokeness – und darüber, ob er als Bundespräsident kandidieren würde.
„Die Lockdowns, die es gegeben hat, zu denen stehen Sie?“, will Kommunikationsexperte Gerald Fleischmann wissen. Er fragt seinen Gast im Podcast „Message Macht Medien“, der auf krone.tv gezeigt wird. Gast ist Rudi Anschober, ehemaliger Grünen-Politiker und Gesundheitsminister während der Pandemie.
Anschober antwortet, dass die „Kontaktbeschränkungen nach heutigem Wissensstand wirksam“ gewesen seien. Fleischmann hakt nach: Es habe Leute gegeben, die die Maßnahmen für übertrieben gehalten hätten – „ist man zu sehr drübergefahren über die?“ Anschober sagt: „Ich habe sehr gezielt und bewusst in die Expertenkommission, die mich beraten hat, auch Kritiker reingeholt. Gebrochen ist es deswegen, weil einzelne Personen – und das waren wenige – begonnen haben, die Parteipolitik in den Mittelpunkt zu stellen, vor das Anliegen und das Interesse der Pandemiebekämpfung. Wenn Politiker plötzlich auf Anti-Corona-Demos stehen, dann fragen sich viele, gerade aus ihrem Sympathisantenkreis: Ist das überhaupt ein Thema?“
Meinung zu Trump
Gesprochen wird auch über US-Präsident Donald Trump. Dieser sei für Anschober eine Reaktion auf Umbrüche: „Ich glaube, dass das einfach mit einer ganz großen Verunsicherung zu tun hat. … Die Gesellschaft ist in einer großen Veränderung. Und viele Gruppen verunsichert das.“ Zu den Vorwürfen gegenüber den Linken, diese würden eine „Cancel Culture“ und „Wokeness“ pflegen und damit Argumente anderer abwürgen, sagt der Ex-Minister: „Absolute Kampfbegriffe aus meiner Sicht. Damit instrumentalisiert man die Gegensätze in der Gesellschaft. Ich bin dafür, dass man zusammenführt.“
Zuletzt wurde Anschober im Zuge einer Umfrage als möglicher Kandidat der Grünen für das Amt des Bundespräsidenten ins Spiel gebracht. Dazu sagt er: „Ich selbst habe da überhaupt keine Ambitionen.“
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