Es sind Bilder, die unter die Haut gehen. Lindsey Vonn liegt auf einer Trage, umringt von Ärzten und Krankenschwestern. Ihr Bein ist durch einen äußeren Fixateur stabilisiert. Nach einem einwöchigen Aufenthalt im Ca’-Foncello-Krankenhaus in Treviso wurde die US-Amerikanerin am Sonntag zunächst per Krankenwagen nach Venedig und von dort aus mit einem zum Krankenflieger umfunktionierten Privatjet in die USA gebracht. Auf Instagram dokumentiert die 41-Jährige den dramatischen Transport selbst und spricht offen über das Ausmaß ihrer Verletzung.

Komplexe Fraktur, äußerer Fixateur

Vonn hatte sich bei der Olympia-Abfahrt eine komplexe Tibiafraktur, also einen schweren Schienbeinbruch, zugezogen, bei dem der Knochen in mehrere Teile zerbrochen war. Um das Bein zu stabilisieren, wurde ein äußerer Fixateur angebracht, ein Stützgestell außerhalb des Körpers, das den gebrochenen Knochen von außen fixiert.

Das Video zeigt, wie Vonn mithilfe mehrerer Krankenschwestern und Ärzte auf eine andere Trage gehoben wird. Anschließend folgt der Flug in die USA. Von dort aus ging es direkt in das nächste Krankenhaus. Während der Fahrt sind Berge zu sehen, sodass davon auszugehen ist, dass Vonn in ihren Wohnort Vail in Colorado gebracht wurde. Zu den Aufnahmen schreibt sie: „Mein Bein ist immer noch in Einzelteilen … Aber endlich komme ich nach Hause!“ Und weiter: „Ich freue mich schon sehr auf meine nächste Operation, bei der der äußere Fixateur entfernt wird und ich mich wieder besser bewegen kann.“

Bereits bei ihrer Entlassung hatte Vonn angekündigt, dass eine fünfte Operation notwendig sei. Ihr Chirurg, Dr. Stefano Zanarella, sprach in einem Interview von einer „medizinisch heiklen Situation“, die mittlerweile gelöst worden sei.

„Viel schwerwiegender als nur ein gebrochenes Bein“

Wie ernst die Lage tatsächlich ist, macht Vonn selbst deutlich. „Meine Verletzung war viel schwerwiegender als nur ein gebrochenes Bein. Ich bin immer noch dabei, das alles zu verarbeiten, was es bedeutet und was vor mir liegt. Aber ich werde euch in den nächsten Tagen mehr Details geben.“

Derzeit verhindert der äußere Fixateur, dass sie stehen kann. In den ersten Wochen darf das Bein nicht belastet werden. Eine zu frühe Vollbelastung könnte die Schrauben lockern oder den Bruch verschieben. Die kommende Operation soll den nächsten Schritt in Richtung Normalität ermöglichen. Für Vonn ist es bereits der fünfte Eingriff und ein weiterer Kampf auf dem Weg zurück.