Abfahrts-Chaos trifft Lindsey Vonn hart: Olympia-Traum der Ski-Queen wackelt
Die Abfahrtsprobe der Ski-Damen kurz vor Olympia endete im Chaos. Beim Rennen in Crans-Montana ging nach nur sechs Läuferinnen nichts mehr: Mehrere schwere Stürze bei schlechter Sicht zwangen die Veranstalter zum Abbruch. Nina Ortlieb, Marte Monsen und Ski-Star Lindsey Vonn kamen zu Sturz – die Norwegerin Monsen musste sogar abtransportiert werden, Vonn klagte über Knieschmerzen.
Ortlieb erklärte, sie sei dankbar, dass bis auf einen blauen Fleck nichts passiert sei. Vonn blieb nach ihrem Sturz zunächst liegen. Die US-Amerikanerin fuhr schließlich – ihr linkes Knie sichtbar testend – mit den Ski gen Tal, schien aber deutlich angeschlagen zu sein. Ihr Olympia-Traum könnte wackeln, die 41-Jährige wurde ins Spital geflogen, wie ihr Team mitteilte. “Sie wird jetzt untersucht”, erklärte Trainer Aksel Lund Svindal, der von Schmerzen in Vonns linkem Fuß und Knie berichtete.
Rennen unter keinem guten Stern
Die letzte Weltcup-Abfahrt der Frauen vor Olympia stand von Beginn an unter keinem guten Stern. Ortlieb, Schnellste im einzigen Training am Mittwoch, stürzte auf der verkürzten Strecke mit Startnummer eins nach 20 Fahrsekunden in einer Rechtskurve in die Fangnetze. Sie blieb aber augenscheinlich unverletzt. “Ich bin Gott sei Dank diesmal in einem guten Winkel ins Netz eingeschlagen. Der Airbag ist gleich aufgegangen”, berichtete die 29-Jährige im ORF. “Der Ski schaut nicht mehr gut aus, der ist kaputt. Da sieht man, was für Kräfte im Abfahrtssport auf einen zukommen”, meinte Ortlieb.
Dieser kam wenig später zum Einsatz. Monsen – als Dritte gestartet – erwischte die Zieleinfahrt nicht, fuhr durch die Torflagge und kam schwer zu Fall. Sie musste mit dem Akja und in weiterer Folge mit dem Hubschrauber abtransportiert werden. Mit Nummer sechs stürzte schließlich auch Vonn an der gleichen Stelle wie Ortlieb. Neun Tage vor der Olympia-Abfahrt in Cortina bangt die beste Abfahrerin in diesem Winter und Goldfavoritin nun um die finale Krönung ihrer Karriere. “Cortina war das große Ziel, daher hoffen wir, dass sie mitmachen kann. Sonst wäre es richtig schade”, sagte Svindal.
“Wenn das jetzt zu Ende sein sollte, wäre es ein brutaler Schock”, meinte auch Patrick Riml, der die von Red Bull unterstützten Skistars betreut. Vonn hatte in der letzten Saison ihr Weltcup-Comeback gegeben – mit einer Teilprothese im rechten Knie. Die Winterspiele sind das letzte große Ziel der 41-Jährigen. Heuer hatte Vonn bereits zwei Abfahrten gewonnen, darunter jene in Zauchensee. Die Weltcupwertung führt sie deutlich an.
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