Der einstige Weltfußballer erzielte am Dienstag ein Traumtor zum 1:0-Auswärtssieg des Clubs von David Alaba im Play-off-Hinspiel der Champions League bei Benfica Lissabon, danach beklagte er rassistische Beschimpfungen von Benfica-Profi Gianluca Prestianni, der dies später abstritt. Die UEFA kündigte am Mittwoch eine Untersuchung an.

Vinicius Junior jubelte zunächst provokant an der Eckfahne und bekam dafür die Gelbe Karte. Dann legte er sich mit mehreren Lissabon-Spielern an – um schließlich empört aufgebracht und wild gestikulierend zu Schiedsrichter Francois Letexier zu rennen. Der unterbrach daraufhin sofort die Partie und kreuzte die Arme, um anzuzeigen, dass das Anti-Rassismus-Protokoll der UEFA greift. Der argentinische Benfica-Spieler Prestianni soll Vinicius Junior rassistisch beleidigt haben. Nach dem Vorfall wurde der Brasilianer bei jeder Ballberührung ausgepfiffen und nahe der Seitenlinie und Eckfahne immer wieder von Gegenständen beworfen.

Bei Instagram schrieb der Angreifer, er möge es nicht, sich in solchen Situationen zu befinden. “Erst recht nicht nach einem großartigen Sieg, und wenn die Schlagzeilen eigentlich Real Madrid gelten sollten, aber es war notwendig.”

Vinicius Junior angeblich als "Affe" beschimpft

Mehreren Medienberichten und auch Spielern von Real zufolge soll Vinicius Junior angegeben haben, dass das Wort “mono” fiel – ein spanischer Ausdruck für Affe. Zu beweisen dürfte das kaum sein, Prestianni hatte sich bei der verbalen Auseinandersetzung das Trikot über Mund und Nase gezogen.

Der 20-jährige Argentinier bestritt dies in einer Stellungnahme auf Instagram: “Ich möchte klarstellen, dass ich zu keinem Zeitpunkt rassistische Beleidigungen gegen Vinicius Junior gerichtet habe, der leider das, was er zu hören glaubte, falsch interpretiert hat.” Er sei niemals rassistisch gegenüber irgendjemandem gewesen und bedauere, dass ihn Real-Spieler bedroht hätten.

Vinicius Junior schrieb über Prestianni: “Rassisten sind vor allem Feiglinge. Sie müssen sich das Trikot in den Mund stopfen, um ihre Schwäche zu demonstrieren. Doch sie genießen den Schutz anderer, die theoretisch zur Bestrafung verpflichtet sind.”

Mbappe: "Schwerwiegender Vorfall"

Scharfe Kritik an Prestianni gab es auch von Kylian Mbappe. “Dieser Spieler verdient es nicht mehr, in der Champions League zu spielen, aber wir werden sehen, was passiert”, sagte der Topstar laut französischen Medien und sprach von einem “schwerwiegenden Vorfall”.

Erst nach langen Diskussionen, unter anderem mit Benficas früherem Real-Trainer José Mourinho, ging die Partie weiter. Der Portugiese sah in der Schlussphase wegen Meckerns die Gelb-Rote Karte, nachdem er vehement einen Platzverweis gegen Vinicius gefordert hatte. Nach der Partie erklärte der Portugiese, er habe verschiedene Versionen von Vinicius Junior und Prestianni gehört. “Ich glaube weder dem einen noch dem anderen. Ich möchte unabhängig sein.”

Auf die Frage, ob Vinicius Junior das Publikum angestachelt habe, antwortete Mourinho: “Ich denke schon. Ich habe ihm gesagt, wenn du so ein Tor schießt, feiere einfach und gehe zurück.” Der Portugiese nahm Benfica gegen den Verdacht des Rassismus in Schutz und sagte, er habe Vinicius Junior an den legendären Torjäger Eusebio erinnert: “Der größte Mensch in der Geschichte dieses Clubs war schwarz.”

Immer wieder Vorfälle mit Vinicius Junior

Vinicius Junior wird in Spanien immer wieder in den Stadien beschimpft und beleidigt. Im Vorjahr waren mehrere Fans wegen rassistischer Beleidigung des Brasilianers verurteilt worden, auch zu Haftstrafen auf Bewährung. Einige sollen eine braune aufblasbare Puppe mit einem Vinicius -Trikot an einer Brücke aufgehängt haben, andere den Profi der “Königlichen” während eines Ligaspiels beleidigt haben. Die Urteile waren nach Ansicht der spanischen Profiliga ein “Meilenstein”, da es sich um die erste Verurteilung in Spanien handelte, “die rassistische Beleidigungen in Stadien als Hassverbrechen einstuft”.