Am Samstag hatten Israel und die USA Luftangriffe auf den Iran gestartet. Zwei Tage später schwiegen die iranischen Spielerinnen sowie ihr Trainerstab vor dem ersten Turnierspiel gegen Südkorea (0:3) beim Abspielen der Hymne.

Angst um Familien im Iran

Gewertet wurde dies als Zeichen gegen die Machthaber im Iran. Denn begleitet wurde es auch von Protesten von Exil-Iranern gegen die iranischen Machthaber im Stadion der australischen Stadt Gold Coast. Die Szenen in Australien erinnern an das Verhalten des iranischen Männer-Nationalteams während der WM 2022 in Katar. Auch da blieb das Team vor dem ersten Spiel gegen England stumm und sang die Nationalhymne vor der zweiten Partie gegen Wales mit – mutmaßlich auf Anweisung des Verbands.

“Natürlich machen wir uns große Sorgen um die Gesundheit unserer Familien, unserer Angehörigen und aller anderen Menschen im Iran, zu denen wir derzeit keinerlei Kontakt haben”, sagte die iranische Trainerin Marziyeh Jafari vor dem Spiel gegen Australien. Ihr Team war vor dem Ausbruch des Krieges zum Asien Cup gereist. Die Angst um die Familien in der Heimat könnte ein möglicher Grund für das Salutieren der Spielerinnen vor der Partie sein. Außerhalb des Stadions gingen die Proteste weiter.

Sittenwächter begleiten womöglich das Team

Nach der Ankunft der iranischen Sportdelegation in Australien sorgten Berichte über ungewöhnliche Begleitpersonen für Aufmerksamkeit. Laut Medien sollen sich unter ihnen auch Menschen befunden haben, die Verbindungen zu den iranischen Revolutionsgarden haben. Ihnen wird nachgesagt, darauf zu achten, dass die Spielerinnen die vom Staat vorgeschriebenen Kleidungsregeln einhalten – etwa lange Sportbekleidung und das Tragen eines Kopftuchs.

Im Stadion kommt die Unterstützung vor allem von im Ausland lebenden Iranern. Viele von ihnen zeigen bewusst Flaggen aus der Zeit vor der Revolution von 1979. Eine Zuschauerin erklärte gegenüber dem Sender ABC, man habe die Spielerinnen aufgefordert, ihre Kopftücher abzulegen und ein Zeichen gegen das Regime zu setzen.