"Leute sollen in die Hände spucken": Olympiasieger Karl gegen Feiertage
Österreichs Snowboard-Star Benjamin Karl holte erneut Olympia-Gold im Parallel-Riesentorlauf und krönte seine ohnehin schon legendäre Karriere. Beim anschließenden Jubel riss er sich den Anzug vom Leib, ließ die Muskeln spielen und stürzte sich mit dem Gesicht voraus in den Schnee von Livigno.
„Ich habe das vom Hermann Maier. Er hat sich mal den Rennanzug vom Leib gerissen, und ich habe gedacht: Jetzt mach ich das auch!“, erklärte Karl seinen spektakulären Jubel.
Kurz zuvor hatte Sabine Payer ihren persönlichen Olympia-Fluch besiegt. Die Kärntnerin schnappte sich Silber, verlor erst im Finale gegen Zuzana Maderova – und bescherte Österreich damit den ersten Eintrag im Medaillenspiegel der 25. Olympischen Winterspiele in Italien.
Karl: „Hatte nichts zu verlieren“
Karl, bereits Besitzer eines kompletten olympischen Medaillensatzes, rang im Finale den Südkoreaner Kim Sang-kyum mit hauchdünnen 0,19 Sekunden nieder. Nach Silber 2010, Bronze 2014 und Gold 2022 triumphierte der fünfmalige Weltmeister erneut unter den Fünf Ringen. Mit 40 Jahren und 115 Tagen ist er nun der älteste Einzel-Olympiasieger im Wintersport und übertraf damit Biathlon-Legende Ole Einar Björndalen.
Mit einem breiten Grinsen verriet der Kärntner gegenüber dem ORF: „Es waren meine ersten Spiele, bei denen ich ins Finale kam und meine Emotionen unter Kontrolle hatte. Ich hatte nichts zu verlieren. Usain Bolt sagt: ‚Never forget, I am the greatest‘ – und ich hab’s mir zu Herzen genommen.“
Nachdem das österreichische Fußball-Nationalteam sich für die WM 2026 qualifiziert hatte, kamen öffentliche Forderungen nach einem Feiertag auf. Für Karl kommt ein solcher am 8. Februar jedoch nicht in Frage, wie Der Standard schreibt. „Die Leute sollen in die Hände spucken und das Bruttosozialprodukt heben“, betonte der Snowboard-Star.
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