Die frühere 800-Meter-Olympiasiegerin Caster Semenya geht auf Konfrontationskurs mit dem IOC. Die Südafrikanerin kritisiert die geplanten Geschlechtertests für Sportlerinnen scharf und kündigt juristischen Widerstand an.

„Ich werde Athleten ermutigen, sich zu einer Sammelklage zusammenzuschließen“, sagte Semenya. Die neuen Regeln ergäben aus ihrer Sicht keinen Sinn und würden den Frauensport nicht retten.

Nach dem Willen des IOC sollen sich Sportlerinnen künftig Geschlechtertests unterziehen, um an internationalen Frauen-Wettbewerben teilnehmen zu dürfen. Transfrauen soll ein Start in der Frauenkategorie künftig untersagt sein.

Sommerspiele 2024 als Auslöser

Semenya, die inzwischen als Trainerin arbeitet, sieht darin einen Angriff auf die Würde von Frauen. Sie betonte: „Ich kämpfe für die Würde der Frauen.“ Besonders deutlich wurde sie mit Blick auf verpflichtende Tests: „Ein Mädchen, ein Kind, zu testen, ist schädlich und beschämend.“

Die zweimalige Olympiasiegerin kennt juristische Auseinandersetzungen in diesem Bereich bereits. Zuletzt war sie gegen die Testosteron-Vorschriften des Leichtathletik-Weltverbandes vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte vorgegangen.

Auslöser für die neue IOC-Linie war der Wirbel um die Frauen-Boxwettbewerbe bei den Sommerspielen in Paris 2024. Im Zentrum standen dabei Imane Khelif und Lin Yu-ting, die bei Olympia starten durften.