Tirol ärgert den Meister erneut: WSG holt sechs Punkte gegen Sturm
Die WSG Tirol hat’s wieder getan: Nach dem 3:1 in Graz folgte nun ein 1:0 – erneut gegen den Meister. Valentino Müller jubelt über „sechs Punkte gegen den Meister“. Sturm dagegen bleibt im Wechselbad aus Sieg und Niederlage hängen.
Fabio Ingolitsch hat bei Fußball-Meister Sturm Graz zu Jahresbeginn die Nachfolge von Jürgen Säumel angetreten. Mit drei Niederlagen in fünf Pflichtspielen samt Out in der Europa League und dem ÖFB-Cup-Viertelfinale sowie der jüngsten 0:1-Liga-Niederlage bei der WSG Tirol am Samstag ist von einer Erfolgsbilanz noch wenig zu sehen. “Es ist kein Geheimnis, dass wir immer noch Probleme haben. Die können wir nicht einfach wegzaubern”, betonte Sturm-Trainer Fabio Ingolitsch.
Das Übel habe vor seiner Zeit den Anfang genommen. “Wenn es nicht irgendwelche Probleme gegeben hätte, hätte man nicht den Trainer tauschen müssen, wäre ich nicht da. Die Herausforderung ist groß, aber der stelle ich mich gerne”, sagte der Ex-Altach-Trainer. Seine Hoffnung auf Sieg Nummer zwei in Folge nach dem jüngsten 1:0 in Ried erfüllte sich nicht. Es setzte sich ein Trend fort, nachdem sich Niederlage und Sieg unter dem 33-Jährigen stets abwechseln. Demnach wäre am 22. Februar gegen Schlusslicht Blau-Weiß Linz wieder ein Erfolg an der Reihe.
Niederlage für Grazer "Rückschritt"
“Wir müssen zusammenstehen, weiterarbeiten, den Finger in die Wunde legen, um gemeinsam in eine bessere Richtung zu steuern”, gab Ingolitsch die Marschroute vor. Abwehr-Rückkehrer Jusuf Gazibegovic gab sich selbstkritisch: “Wir müssen einen gewaltigen Schritt nach vorne machen. Was wir gemacht haben, war ein Rückschritt, wir müssen einfach besser auftreten.” Spielen müsse man etwa mit mehr Herz. “Wir müssen daraus lernen und nächste Woche ein anderes Gesicht zeigen”, forderte der 25-Jährige. BW Linz (13) ist das einzige Ligateam, das mehr Niederlagen als Sturm (8) erlitten hat.
Die Linzer setzen in der Regel auf eine Dreierkette. Mit dieser hatten auch die Tiroler gegen Sturm Erfolg. Die Hoffnung der Steirer, mit einer Spiegelung des Systems erfolgreich zu sein, ging wie auch schon beim Cup-Aus in Altach (1:3 nach Verlängerung) nicht auf. “An dem System ist es aber überhaupt nicht gelegen”, meinte Ingolitsch. Er war unzufrieden mit der gesamten Leistung. “Es war viel Stückwerk. Wir haben nicht die PS auf den Platz gebracht, die wir zur Verfügung haben.”
Vallci: "Nichts verloren"
Deshalb erlebte auch Abwehrspieler Albert Vallci ein enttäuschendes Ligadebüt im Sturm-Dress. “Wir waren mit dem Ball viel zu statisch, haben ihn kaum laufen lassen und die Räume, die da gewesen wären, nicht gefunden oder bespielt. Von dem her haben wir einige Themen, wo wir uns verbessern müssen”, fasste der 30-Jährige zusammen. Durch ein Gegentor aus einer Standardsituation zu verlieren, sei zudem “sehr ärgerlich”. Zu viel Trübsal blasen wollte er aber nicht. “Man sieht auch in den anderen Begegnungen, wie eng die Liga ist, deshalb ist nichts verloren.”
Der spielentscheidende Treffer fiel in der 78. Minute. Möglicherweise war schon ein von der Stange zurückprallender und von Matteo Bignetti parierter Kopfball von David Kubatta hinter der Linie, der Treffer wurde allerdings Jamie Lawrence gutgeschrieben, der danach via Ferse traf. Der Goldtorschütze sprach von seinem “schönsten” Karrieretor. “Wir haben uns den Sieg extrem verdient”, sagte Lawrence. Sein Trainer Philipp Semlic hob den seit Freitag am Auge angeschlagenen Tormann Adam Stejskal aufgrund einer tollen Parade im Duell mit Emir Karic besonders hervor.
WSG-Bilanz gegen Meister "brutal"
Eine Serie von drei Niederlagen in Folge endete ausgerechnet gegen den Meister, den man zuvor auch Anfang Dezember in Graz mit 3:1 in die Schranken gewiesen hatte. “Sechs Punkte gegen den Meister, das ist brutal, richtig gut”, betonte Valentino Müller. Der Rückstand des Zehnten auf Platz sechs konnte zumindest bis Sonntag auf drei Zähler verkürzt werden. “Wir schauen weder nach hinten noch nach vorne, sondern einfach von Woche zu Woche”, sagte Müller.
Semlic, der zuletzt den Teamgeist mit einer Langlaufeinheit gestärkt hatte, hält gar nichts von Spekulationen über eine Teilnahme an der Meistergruppe. “Die drei Punkte tun uns gut. Wir wollen uns gut vorbereiten auf das Untere Play-off, damit wir dann bereit sind, wenn es darum geht, die Liga zu halten.”
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