Seit Jahren wird über eine weitere Anhebung des Rentenalters spekuliert und diskutiert. Nun berichtet die Bild unter Berufung auf Kreise der Rentenkommission, dass das Thema offiziell auf der Agenda der Regierung steht. Bei einer Sitzung des Gremiums am 23. Februar soll diskutiert werden, wie ein späterer Renteneintritt konkret ausgestaltet werden könnte.

Im Gespräch sind offenbar sowohl strengere Abschläge bei vorzeitigem Ruhestand als auch finanzielle Anreize für ein längeres Arbeiten. Laut dem Bericht werde sogar über eine „sehr großzügige“ Belohnung für diejenigen nachgedacht, die bis 70 im Erwerbsleben bleiben. Eine Empfehlung der Kommission könnte bereits im Frühjahr vorgelegt werden.

Darüber hinaus soll geprüft werden, ob künftig auch Beamte und Politiker verpflichtend in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen müssten – ein Thema, das immer wieder kontrovers diskutiert wird.

Kritik an der Reform

Gegen eine weitere Anhebung des Rentenalters regt sich jedoch Widerstand – auch aus der Sozialwirtschaft. Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, warnt im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau vor realitätsfernen Vorstellungen. „Die Einführung der Rente mit 70 wäre eine Rentenkürzung für all die Menschen, die es nicht schaffen, so lange im Erwerbsleben zu bleiben“.

Viele Beschäftigte in körperlich oder psychisch belastenden Berufen erreichten schon heute kaum das reguläre Rentenalter. Die durchschnittliche Altersgrenze beim tatsächlichen Renteneintritt liege bei 64,4 Jahren. „Heute geht es nicht darum, immer neue Zahlen in die Welt zu setzen, sondern erst einmal daran zu arbeiten, dass mehr Menschen gesund das geltende Renteneintrittsalter erreichen“, betonte Rock.