Das 0:0 war von den Österreichern härter erkämpft, als es im Vorfeld des Matches zu vermuten war. Der Mannschaft rund um Kapitän David Alaba gelang es über die gesamte Spielzeit nicht, ihre hinten schön raus gearbeiteten Chancen vor dem Tor zu verwerten. Da halfen auch die zahlreichen Wechsel von Franco Foda nichts.

Verunsicherung nach verpatzter Generalprobe

Das Ergebnis bei der Generalprobe vor der, kommende Woche startenden Fußball-EM, könnte innerhalb des Teams für Verunsicherung sorgen, die man zum jetzigen Zeitpunkt nicht brauchen kann. Die Mannschaft, sowie die 3000 Fans im Stadion haben sich definitiv mehr erwartet.

Kapitän Alaba sagt nach dem Spiel: “Wir konnten das Match über weite Teile kontrollieren, haben Chancen herausgespielt. Das war schon in Ordnung. Wir haben sie nur dann liegen gelassen.”

Bachmann auch bei erstem EM-Spiel im Tor

Teamchef Franco Foda setzte neuerlich auf Goalie Daniel Bachmann in der Startformation und kündigte gleich an, dass der Watford-Schlussmann auch im ersten EM-Match am 13. Juni in Bukarest gegen Nordmazedonien beginnen wird. Im Vergleich zum 0:1 gegen England am vergangenen Mittwoch nahm der Coach fünf Änderungen vor – Christopher Trimmel, Philipp Lienhart, Andreas Ulmer, Valentino Lazaro und Grillitsch starteten anstelle von Stefan Lainer, Aleksandar Dragovic, Marco Friedl, Konrad Laimer und Xaver Schlager. David Alaba agierte bis zu seiner Auswechslung zur Pause im Mittelfeldzentrum.

Slowaken spielten sehr defensiv

Die neuformierte ÖFB-Auswahl bekam es mit einem äußerst defensiv eingestellten Gegner zu tun. Die Slowaken standen tief und ließen keine Räume offen, die Gastgeber rannten bemüht, aber zumeist ideenlos gegen den Abwehrriegel an. Die Flanken in den Strafraum fanden selten einen Abnehmer, das Durchkombinieren durch die Mitte funktionierte mehr schlecht als recht.

Daher waren Chancen Mangelware. In der 21. Minute verfehlte ein Kopfball von Sasa Kalajdzic nach Alaba-Flanke deutlich das Ziel, in der 34. Minute wurde Christoph Baumgartner nach Doppelpass mit Marcel Sabitzer der Abschluss von Milan Skriniar erschwert. Der Hoffenheim-Profi scheiterte am slowakischen Keeper Martin Dubravka.

Die Gäste kamen vor der Pause nur einmal vielversprechend vor das ÖFB-Tor – in der 27. Minute bändigte Bachmann einen Volley von Robert Mak im Nachfassen. Kurz nach dem Wiederanpfiff fanden die ohne den an der Wade blessierten Marek Hamsik angetretenen Slowaken eine Top-Chance vor. Lukas Haraslin ließ Martin Hinteregger schlecht aussehen und scheiterte dann an Bachmann. Der drauf folgende Nachschuss von Ondrej Duda wäre im Tor gelandet, traf aber den im Abseits am Boden liegenden Haraslin. Von dessen Bein flog der Ball über die Latte (51.).

Kaum verwertbare Chancen für Österreich

Gelegenheiten dieser Güteklasse hatte Österreich lange nicht zu bieten. Der zur Pause eingewechselte Laimer wurde mit einem Schuss von der Strafraumgrenze genau auf Dubravka vorstellig (50.), ein Versuch von Grillitsch aus der Distanz ging weit daneben (53.). Acht Minuten später hätte der Niederösterreicher aber beinahe auf 1:0 gestellt. Grillitsch nahm einen kurz abgewerten Corner aus rund 18 Metern volley, Dubravka lenkte den Ball mit größter Mühe an die Stange.

In der 64. Minute wurde Marko Arnautovic eingetauscht, und mit dem China-Legionär kam Schwung ins ÖFB-Angriffsspiel. Der Wiener hatte mit einem Stangenschuss Pech (68.) und setzten einen Volley nach Hinteregger-Pass am langen Eck vorbei (71.).

Bachmann stand wie eine Eins

Doch auch die Slowaken wurden noch einmal gefährlich. Nach einem Fehlpass von Trimmel zog Michal Duris allein aufs ÖFB-Tor, Bachmann rettete neuerlich (74.), wie auch bei einem Schuss von Duris aus guter Position (80.). Arnautovic antwortete mit zwei Chancen – sein Schuss in der 85. Minute wurde geblockt, bei seiner Chance in der 87. Minute war Dubravka zur Stelle. So muss die ÖFB-Elf nun schon seit 316 Minuten auf einen Torerfolg warten.

Aufstellung der Mannschaften

Österreich: Bachmann – Trimmel (78. Posch), Lienhart, Hinteregger, Ulmer – Grillitsch, Alaba (46. Laimer) – Lazaro (78. Gregoritsch), Sabitzer (46. Schaub), Baumgartner (54. Ilsanker) – Kalajdzic (64. Arnautovic)

Slowakei: Dubravka – Pekarik, Satka, Srkiniar, Hubocan – Kucka (63. Hrosovsky), Hromada (63. Gregus) – Haraslin (76. Koscelnik), Duda (76. Benes), Mak (63. Weiss) – Schranz (7. Duris)

Gelbe Karten: keine bzw. Hubocan

Die Besten: Bachmann, Arnautovic, Laimer bzw. Skriniar, Satka