Bei den Verhandlungen um eine neue Vereinbarung zur Freilassung von Geiseln aus dem Gazastreifen lehnt Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu die aktuell von der terroristischen Hamas gestellten Bedingungen ab. “Die Hamas hat Forderungen, die wir nicht akzeptieren werden”, betonte Netanyahu vor Abgeordneten seiner Likud-Partei. Die Bedingungen müssten denen des Abkommens vom vergangenen November ähneln, fügte er hinzu.

Nach gut vier Monaten Krieg zwischen Israel und der Hamas wächst international der Druck auf beide Seiten, ein neues Abkommen zu besiegeln, das von hochrangigen Vertretern der USA, Israels, Ägyptens und Katars Ende Jänner in Paris aushandelt worden war. Dabei geht es um eine zunächst sechswöchige Feuerpause, die zu einer Freilassung weiterer Geiseln aus der Gewalt der islamistischen Palästinenserorganisation führen soll.

Die Hamas plant, 35 bis 40 israelische Geiseln freizulassen. Im Gegenzug möchte sie, dass Israel 200 bis 300 palästinensische Gefangene freilässt und 200 bis 300 Lastwagen mit Hilfsgütern in den Gazastreifen schickt.

Ende November waren im Zuge einer von Katar, Ägypten und den USA vermittelten einwöchigen humanitären Feuerpause mehr als hundert von der Hamas verschleppte Geiseln im Gegenzug für 240 palästinensische Gefängnisinsassen freigekommen.

Mindestens 1200 Tote bei Überfall der Hamas

Der Krieg zwischen Israel und der Hamas war am 7. Oktober durch deren beispiellosen Großangriff auf Israel ausgelöst worden. Israelischen Angaben zufolge hatten Angreifer der von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuften Hamas und weiterer militanter Palästinensergruppen mindestens 1200 Menschen getötet, darunter viele Zivilisten. 250 Menschen wurden zudem als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Nach Angaben der israelischen Behörden sind 132 Geiseln noch immer in der Gewalt der Hamas, 28 von ihnen sollen tot sein.